Chemostrahlentherapie bei Speiseröhrenkrebs im höheren Lebensalter

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Sie kann effizient wirken und gut verträglich sein.

Ältere Patienten mit Speiseröhrenkrebs, die nicht operiert werden können, vertragen die Standardbehandlung aus gleichzeitiger Strahlen- und Chemotherapie oftmals nicht gut und müssen sie vorzeitig abbrechen. Eine Alternative könnte der Wirkstoff S-1 sein, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology berichteten.

Die Forscher führten mit 298 Patienten zwischen 70 und 85 Jahren eine Phase III-Studie durch. Bei allen Teilnehmern war Speiseröhrenkrebs im Stadium IB bis IVB diagnostiziert worden. Sie erhielten eine gleichzeitige Chemotherapie mit S-1 und Strahlentherapie oder eine Strahlentherapie allein. Die Altersverteilung war in beiden Gruppen in etwa gleich. Bei gut der Hälfte der Patienten lag ein Tumor im fortgeschrittenen Stadium III oder IV vor.

Die Rate vollständigen Ansprechens war in der Chemostrahlentherapiegruppe mit rund 42% signifikant höher als in der Strahlentherapiegruppe mit rund 27%. Und auch das Zwei-Jahres-Überleben war in der Chemostrahlentherapiegruppe signifikant besser. Hingegen gab es zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Auftretens schwerer Nebenwirkungen, mit Ausnahme eines Rückgangs weißer Blutzellen (Leukopenie), der bei Chemostrahlentherapie häufiger vorkam.

Damit, so die Studienautoren, habe sich die gleichzeitige Behandlung von älteren Speiseröhrenkrebspatienten mit Strahlen- und S-1-Chemotherapie als wirksam und zugleich gut verträglich erwiesen.

 

Quelle:

Ji Y et al. Efficacy of Concurrent Chemoradiotherapy With S-1 vs Radiotherapy Alone for Older Patients With Esophageal Cancer. A Multicenter Randomized Phase 3 Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. August 2021, doi:10.1001/jamaoncol.2021.2705

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30