Chemostrahlentherapie bei metastasiertem Analkrebs

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Sie bringt gegenüber der alleinigen Chemotherapie offenbar einen Lebenszeitgewinn.

Patienten mit fortgeschrittenem Analkrebs profitieren davon, wenn sie mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt werden. Das zeigen die Ergebnisse einer rückblickenden Studie in der Fachzeitschrift Cancer.

In die Analyse wurden die Daten von 582 erwachsenen Patienten einbezogen, bei denen zwischen 2004 und 2012 ein Plattenepithelkarzinom des Analkanals diagnostiziert worden war. Bei allen hatte sich der Krebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet (Tumorstadium IV). 388 Patienten hatten eine kombinierte Chemostrahlentherapie erhalten, 194 lediglich eine Chemotherapie. 

Die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie war mit einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens verbunden: Erreichte in der Chemostrahlentherapiegruppe die Hälfte der Patienten nach der Diagnose eine Lebenszeit von rund 21 Monaten, war in der Chemotherapie die Hälfte der Patienten bereits nach knapp 15 Monaten verstorben. Das Fünf-Jahresgesamtüberleben betrug in der Chemotherapie 14 Prozent, in der Chemostrahlentherapiegruppe 23 Prozent.

Auch wenn es sich um eine rückblickende Analyse mit beschränkter Aussagekraft handele, sollten die Ergebnisse nach Ansicht der Studienautoren Beachtung für die medizinische Betreuung von Patienten mit metastasiertem Analkrebs finden. Vorausgeplante klinische Studien für diese Fragestellung fehlten demnach, und die Chemostrahlentherapie habe sich hinsichtlich des Gesamtüberlebens als eindeutig wirksamer erwiesen als die Chemotherapie allein.

 

Quelle:

Abdelazim Y A J et al. Role of pelvic chemoradiation therapy in patients with initially metastatic anal canal cancer: A National Cancer Data Base review. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung 2. März 2019, https://doi.org/10.1002/cncr.32017

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.09.2019 16:20