Chemostrahlentherapie bei kleinzelligem Lungenkrebs

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Im limitierten Stadium hat sich die zweimal pro Tag ablaufende Behandlung bewährt.

Bei kleinzelligem Lungenkrebs im limitierten, also frühen Stadium wird in der Regel eine Operation angestrebt. Eine Alternative zur Operation kann eine gleichzeitige Chemo- und Strahlentherapie sein. Wissenschaftler untersuchten in einer neuen Studie, ob eine einmalige Behandlung pro Tag den Patienten gegenüber einer zweimal täglich stattfindenden Behandlung Vorteile, etwa in Form verringerter Nebenwirkungen verschafft. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

An der Studie beteiligten sich 547 Patienten ab 18 Jahren, die an kleinzelligem Lungenkrebs im limitierten Stadium erkrankt waren und mit einer Chemostrahlentherapie behandelt werden sollten. Die Hälfte von ihnen erhielt diese Behandlung einmal täglich, die andere zweimal pro Tag. Bei der einmaligen Behandlung pro Tag war die insgesamt verabreichte Strahlendosis höher: 66 Gy in 33 Sitzungen von jeweils 2 Gy einmal täglich über 45 Tage im Vergleich zu 45 Gy in 30 Sitzungen von jeweils 1,5 Gy zweimal täglich über 19 Tage. In beiden Gruppen begann die Strahlentherapie 22 Tage nach dem Start einer Chemotherapie mit Cisplatin und Etoposid, die in vier bis sechs Zyklen alle drei Wochen verabreicht wurde.

Nach 30 Monaten war die Hälfte der Patienten der zweimal-täglich-Behandlungsgruppe verstorben, in der einmal-täglich-Behandlungsgruppe war dies nach 25 Monaten der Fall. Auch hinsichtlich der Nebenwirkungen unterschieden sich die beiden Gruppen kaum.  Ausnahme war das häufigere Auftreten von Neutropenie Grad 4, also einem starken Rückgang weißer Blutzellen, was mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist. Sie trat in der Gruppe der zweimal täglich Behandelten signifikant häufiger auf. 

Die Hoffnung, dass eine einmalige Behandlung pro Tag mit Chemostrahlentherapie Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im limitierten Stadium Vorteile verschaffen könnte, weil sie durch die höhere Gesamtstrahlendosis zu besseren Überlebenschancen führen und gleichzeitig aufgrund der niedrigeren Tagesdosis mit einer geringeren Häufigkeit von Nebenwirkungen einhergehen könnte, bestätigte sich in dieser Studie nicht. Sowohl die Überlebensraten als auch die Zahl und Stärke von Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen in etwa gleich, weshalb nach Ansicht der Studienautoren auch künftig die bereits bewährte, zweimal täglich stattfindende Chemostrahlentherapie zu empfehlen sei.

 

Quelle:

Faivre-Finn, C. et al.: Concurrent once-daily versus twice-daily chemoradiotherapy in patients with limited-stage small-cell lung cancer (CONVERT): an open-label, phase 3, randomised, superiority trial. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Juni 2017, http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30318-2 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.09.2017 11:45