Chemo-Strahlentherapie bei älteren Patienten mit Kopf-Halstumoren

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Kann Überlebensvorteile bringen, wenn die Umstände stimmen.

Ein höheres Lebensalter sollte per se kein Ausschlussgrund für eine Chemo-Strahlentherapie bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Halsbereich sein. Diese Schlussfolgerung ziehen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer, nachdem sich in einer Studie zeigte, dass auch ältere Patienten jenseits des 70. Lebensjahres von der Behandlung profitieren können.

In der Studie wurden die Daten von mehr als 4.000 Patienten ausgewertet, die an Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom), Kehlkopfkrebs oder Krebs im unteren Rachen (Hypopharynxkarzinom) im Stadium 3-4 oder Lymphknotenbefall erkrankt waren. 63 Prozent von ihnen erhielten zusätzlich zur Strahlentherapie eine begleitende Chemotherapie, die innerhalb von 14 Tagen nach Bestrahlungsbeginn initiiert wurde. Die übrigen Patienten wurden nur bestrahlt. 

Die kombinierte Chemo-Strahlentherapie war mit besseren Überlebensaussichten verbunden als die alleinige Strahlentherapie: Das Gesamtüberleben war bei Patienten, die älter als 70 Jahre, aber nicht älter als 81 Jahre waren, signifikant besser, wenn diese Patienten nicht viele Begleiterkrankungen aufwiesen und ein Tumorstadium T1-2/N2-3 oder T3-4/N0-3 hatten. Nach dem 81. Lebensjahr profitierten die Patienten offenbar nicht mehr von der zusätzlichen Chemotherapie – hier gab es keinen Überlebensvorteil gegenüber den nur Bestrahlten.

Nicht das Lebensalter allein sollte Patienten von einer die Strahlentherapie begleitenden Chemotherapie ausschließen, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Zur Entscheidung für eine alleinige Strahlentherapie oder kombinierte Chemo-Strahlentherapie müssten bei älteren Patienten zusätzliche Faktoren wie die allgemeine körperliche Verfassung und das Tumorstadium herangezogen werden. 

 

Quelle:

Amini, A. et al.: Survival outcomes with concurrent chemoradiation for elderly patients with locally advanced head and neck cancer according to the National Cancer Data Base. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 11. März 2016, DOI: 10.1002/cncr.29956

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05