Carcinoma in situ der Brust

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Wie wird nicht-invasiver Brustkrebs heute behandelt, und wie wirkt sich das auf die Langzeitprognose aus?

Die Therapie von noch nicht invasiv gewordenem Brustkrebs, dem sogenannten duktalen Carcinoma in situ (DCIS), hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Doch wie wirkt sich das auf die Langzeitprognose bei der Erkrankung aus? Antwort auf diese Frage suchten Wissenschaftler in einer Studie, die die Entwicklungen der letzten 20 Jahre beleuchtete. Über ihre Ergebnisse berichteten sie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Ausgewertet wurden die Daten von 121.080 Patientinnen, bei denen zwischen 1991 und 2010 ein DCIS festgestellt worden war. Ein DCIS ist eine Vorstufe zu Brustkrebs, bei der sich die schon krankhaft veränderten Zellen noch nicht über ihren Entstehungsort hinaus ausgebreitet haben. Oft entwickelt sich daraus invasiver Brustkrebs, weshalb eine Therapie empfohlen wird.

Die meisten Patientinnen (43 Prozent) in der Studie erhielten eine brusterhaltende Operation und eine Strahlentherapie. Seltener wurde eine brusterhaltende Operation ohne weitere Therapie durchgeführt oder die erkrankte Brust entfernt. Bei viereinhalb Prozent der Patientinnen wurden beide Brüste entfernt. Insgesamt wechselten im Laufe der Zeit die jeweils bevorzugten Therapien. Die Häufigkeit einer Sentinellymphknotenbiopsie, bei der der am dichtesten gelegene Lymphknoten, der sogenannte Wächterlymphknoten entfernt und auf einen Befall von Krebszellen untersucht wird, nahm im Laufe der Zeit als Begleittherapie bei der Brustentfernung und auch bei der brusterhaltenden Operation zu. 

Im Vergleich zur Brustentfernung war das Gesamtüberleben bei brusterhaltender Operation plus Strahlentherapie signifikant besser, bei der alleinigen brusterhaltenden Operation schlechter. Das krankheitsfreie Überleben nach zehn Jahren war bei der brusterhaltenden Operation plus Strahlentherapie am besten, gefolgt von der Brustentfernung und der alleinigen brusterhaltenden Operation.

Die Unterschiede zwischen den Therapiegruppen waren bezüglich des Gesamtüberlebens größer als bezüglich des krankheitsfreien Überlebens. Die Gründe dafür müssten, so die Studienautoren, weiter untersucht werden.

 

Quelle:

Worni, M. et al.: Trends in Treatment Patterns and Outcomes for Ductal Carcinoma In Situ. Journal of the National Cancer Institute 2015, 107(12):djv263; doi: 10.1093/jnci/djv263

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22