CAR-Zelltherapie bei Mantelzelllymphom in der Praxis

Nachricht vom 13.02.2023

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Die gute Wirksamkeit bei wiederkehrendem oder auf andere Therapien nicht ansprechendem Mantelzelllymphom bestätigt sich.

Bei wiederkehrendem oder auf andere Therapien nicht ansprechendem Mantelzelllymphom kann eine sogenannte CAR-T-Zelltherapie helfen, wie sich in der ZUMA-2-Studie gezeigt hatte, und bei vielen Patienten zu einem langfristigen Ansprechen und guten Überlebenszeiten führen (s. Meldung vom 10.06.2022). Doch wie verhält es sich außerhalb von klinischen Studien, wenn die Behandlung in der Standardbetreuung eingesetzt wird? Offenbar, so ein Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology, kann die CAR-Zelltherapie auch dann eine gute Wirksamkeit entfalten.

Bei der CAR-T-Zelltherapie werden T-Zellen aus dem Immunsystem gewonnen und mit einem Gen für eine Bindungsstelle, einen sogenannten Antigenrezeptor (CAR), ausgestattet. Anschließend werden die so veränderten T-Zellen dem Patienten über eine Infusion zurückgegeben. Dank des Antigenrezeptors CAR können die T-Zellen Krebszellen besser erkennen, sie docken sich an und zerstören den Tumor. Die CAR-T-Zelltherapie ist also eine Behandlung, die die körpereigene Krebsabwehr unterstützt.

Für die aktuelle Untersuchung wurden die Daten von 189 Patienten mit wiedergekehrtem oder nicht ansprechendem Mantelzelllymphom ausgewertet, die sich einer Leukapherese unterzogen. Bei diesem Verfahren werden überschüssige weiße Blutzellen (Leukozyten), die bei Leukämien und Lymphomen vermehrt gebildet werden, aus dem Blut entfernt. 168 der Patienten erhielten eine CAR-T-Zelltherapie. 90% von ihnen sprachen auf die Behandlung an, 82% sogar mit einer kompletten Response. 

Nach einem Jahr war die Krankheit bei 59% der Patienten nicht weiter vorangeschritten. Nebenwirkungen und Komplikationen infolge der Therapie traten in vergleichbarem Maße wie in der klinischen Studie auf.

Ein großer Teil der Patienten mit Mantelzelllymphom, die hier in der Standardbetreuung mit CAR-T-Zelltherapie behandelt worden waren, wären in der klinischen ZUMA-2-Studie ausgeschlossen worden, weil sie zu viele Hoch-Risiko-Merkmale oder Begleiterkrankungen aufwiesen. Doch auch sie konnten teilweise offenbar gut von dieser Behandlung profitieren, so das Fazit der Studienautoren. 

 

Quelle:

Wang Y et al. Brexucabtagene Autoleucel for Relapsed or Refractory Mantle Cell Lymphoma in Standard-of-Care Practice: Results From the US Lymphoma CAR T Consortium. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Februar 2023, DOI: 10.1200/JCO.22.01797

 

(KvK)

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