CAR-T-Zelltherapie bei wiederkehrender B-Zellerkrankung

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Langfristig anhaltende Ansprechraten können erreicht werden. 

Eine besondere neue Therapieform, die für Patienten mit einer bösartigen B-Zellerkrankung zur Verfügung steht, ist die sogenannte CD19-CAR-T-Zelltherapie. Mit ihrer Hilfe können langfristig anhaltende Ansprechraten erzielt werden, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

Die CAR-T-Zelltherapie kann bei allen Krebserkrankungen angewendet werden, die sich von den B-Zellen des Immunsystems ableiten. Bei der Therapie werden zunächst T-Zellen aus dem Blut der Patienten extrahiert und mit einem Gen für eine Bindungsstelle, den sogenannten Antigenrezeptor CAR, bestückt. Wenn die so veränderten T-Zellen den Patienten anschließend über eine Infusion zurückgegeben werden, erkennen sie durch ihren Antigenrezeptor CAR leichter das Eiweiß CD19 auf der Oberfläche erkrankter B-Vorläuferzellen. Dadurch werden Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Zytokine, freigesetzt, die die Leukämie- oder Lymphomzellen zerstören. Durch die CAR-T-Zelltherapie wird also die körpereigene Immunantwort gegen den Krebs angekurbelt. In der Regel ist für die Therapie eine einzige Infusion nötig.

In der aktuellen Studie führten Wissenschaftler eine Langzeitbeobachtung bei 43 Patienten durch, die zwischen 2009 und 2015 wegen einer zurückgekehrten bösartigen B-Zellerkrankung eine CAR-T-Zelltherapie erhalten hatten. Bei den Erkrankungen handelte es sich um diffuse großzellige B-Zelllymphome bzw. B-Zelllymphome des Mediastinums (Mittelfellraum), niedriggradige B-Zelllymphome oder chronische lymphatische Leukämie.

Bei der Hälfte der Patienten konnte ein vollständiges Ansprechen (komplette Remission) erreicht werden, das länger als drei Jahre anhielt. Bei einem solchen Ansprechen sind nach der Therapie zunächst keine kranken Zellen mehr nachweisbar. Die Hälfte der Patienten erlebte 55 Monate oder länger kein weiteres Krankheitsereignis mehr. Spät auftretende Nebenwirkungen waren selten, mit Ausnahme von B-Zell-Verminderung und erniedrigten Gamma-Globulinspiegeln. 

Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass mit der CAR-T-Zelltherapie ein großer Teil der Patienten langfristig von der Krankheit befreit werden könne. Bei einigen Patienten konnten bereits Remissionen von bis zu neun Jahren beobachtet werden, die noch immer anhalten. Späte Nebenwirkungen gebe es selten. Dies ist eine wichtige Nachricht, da die akuten Nebenwirkungen bei der CAR-T-Zelltherapie teilweise sehr heftig ausfallen können, weshalb die Behandlung nur in speziellen Zentren erfolgen darf.

 

Quelle:

Kappell KM et al. Long-Term Follow-Up of Anti-CD19 Chimeric Antigen Receptor T-Cell Therapy. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Oktober 2020, https://doi.org/10.1200/JCO.20.01467

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 04.12.2020 14:45