Brustkrebsdiagnose zwischen den Mammographien

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Die Dichte des Brustgewebes beeinflusst das Risiko, nach einem negativen Mammographiebefund noch vor der nächsten Untersuchung an Brustkrebs zu erkranken. Doch für die Prognose bei einer solchen Erkrankung spielt sie keine Rolle.  

Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsscreenings können Frauen ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre mit einer Mammographie ihre Brust auf Brustkrebs oder seine Vorstufen untersuchen lassen. Doch wie hoch ist eigentlich das Risiko, genau in den zwei Jahren zwischen zwei solchen Untersuchungen an Brustkrebs zu erkranken? Und ist dieser Brustkrebs zwangsläufig mit einer ungünstigeren Prognose verbunden? Diesen Fragen gingen Wissenschaftler in einer Studie nach und veröffentlichten jetzt ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Etwa jede siebte Frau erhält demnach nach einem negativen Befund im Mammographiescreening und noch, bevor die nächste Mammographie ins Haus steht, eine Brustkrebsdiagnose. Solche Intervallkarzinome, wie die Tumoren in der Fachsprache genannt werden, kommen häufiger bei dichtem Brustgewebe vor – dies ein Ergebnis der aktuellen Studie aus den USA. Ausgewertet worden waren rückblickend die Daten von mehr als 300.000 Frauen ab 40 Jahren, die zwischen 2011 und 2014 an mehreren Zentren am Mammographiescreening teilgenommen hatten.

Unter den Intervallkarzinomen fand sich ein hoher Anteil von Tumoren mit einem ungünstigen Krankheitsverlauf. Doch während sich die Brustgewebedichte als ein Risikofaktor für das Auftreten von Intervallkarzinomen entpuppte, hatte sie auf die Prognose keinen Einfluss. Eine schlechte Prognose bei Intervallkarzinomen war vielmehr mit dem Lebensalter der Patientinnen verknüpft: Besonders ungünstig war die Prognose, wenn der Tumor im Alter von 40 bis 49 Jahren auftrat.

Womöglich, so die Interpretation der Studienautoren, handelt es sich bei Intervallkarzinomen um verschiedene Tumoren: Zum einen um solche, die bei der letzten Mammographieuntersuchung übersehen wurden (etwa, weil das Brustgewebe besonders dicht ist), zum anderen um solche, die rasch und aggressiv wachsen und deshalb bei der vorangegangenen Mammographie tatsächlich noch nicht vorhanden waren. Dies müsse in weiteren Studien untersucht werden.

 

Quelle:

McCarthy A M et al. Breast Cancer With a Poor Prognosis Diagnosed After Screening Mammography With Negative Results. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Mai 2018, doi:10.1001/jamaoncol.2018.0352

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 09.12.2018 17:33