Brustkrebs: Welchen Anteil haben die Gene?

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Nicht nur die Brustkrebsgene BRCA sind mit Brustkrebs verbunden, auch andere Gene haben Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung

Bestimmte Veränderungen (Mutationen) im Erbgut von Zellen gehen mit einem erhöhten Risiko einher, an Brustkrebs zu erkranken. Die als „Brustkrebsgene“ bekannten BRCA 1 und 2 sind nicht die einzigen Gene, die dafür in Frage kommen. Auch sogenannte PALB2-Veränderungen erhöhen die Neigung für die Krankheit und sorgen im Krankheitsfall für eine ungünstigere Prognose. Darüber berichteten Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology.

Die Forscher hatten die Gene von Brustkrebspatientinnen untersucht, die in verschiedenen Kliniken in Polen behandelt wurden. Insgesamt wurde die Genbestimmung in mehr als 12.500 Fällen erfolgreich durchgeführt. Als Kontrollgruppe dienten mehrere Tausend Frauen ohne Krebs.

Knapp ein Prozent der Brustkrebspatientinnen und 0,2 Prozent der nicht an Krebs erkrankten Frauen wiesen eine Veränderung in PALB2 auf. Die Brustkrebspatientinnen mit PALB2-Veränderung hatten schlechtere Überlebensaussichten als die Brustkrebspatientinnen ohne PALB2-Mutation: Das Zehnjahresüberleben lag bei knapp 50 Prozent gegenüber 75 Prozent. 

Offenbar, so die Studienautoren, erhöhen PALB2-Genveränderungen bei Brustkrebspatientinnen das Sterberisiko, sodass den betroffenen Frauen eine intensivierte Nachsorge empfohlen werden müsse.

 

Quelle:

Cybulski, C. et al.: Clinical outcomes in women with breast cancer and a PALB2 mutation: a prospective cohort analysis. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. Mai 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(15)70142-7

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 14:17