Brustkrebs: Schlechtere Prognose bei starkem Übergewicht

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Rückfall- und Sterberisiko steigen, wenn das Körpergewicht zu hoch ist.

Starkes Übergewicht, auch Fettleibigkeit oder Fettsucht (Adipositas) genannt, ist ein Risikofaktor für eine ungünstige Prognose bei Brustkrebs. Das geht aus einem zusammenfassenden Artikel in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

Übergewicht und Fettleibigkeit nehmen weltweit stark zu, auch hierzulande. Allein in den USA sind bereits 69 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Mit der übermäßigen Beladung von Fettzellen im menschlichen Körper sind eine Reihe hormoneller und anderer Veränderungen verbunden, die weitere Krankheiten nach sich ziehen oder zumindest damit in Beziehung stehen, wie Diabetes mellitus und Herzkreislauferkrankungen. Auch zu zahlreichen Krebserkrankungen gibt es eine Verbindung, darunter Brustkrebs.

In dem zusammenfassenden Artikel stützten sich die Forscher auf die Daten aus internationalen klinischen Studien und Berichten der letzten fünf bis zehn Jahre. Demnach geht Fettleibigkeit im Falle einer Brustkrebserkrankung mit einem um 35 bis 40 Prozent erhöhten Risiko für einen Rückfall einher. Auch das Risiko, an der Brustkrebserkrankung zu versterben, ist bei Fettleibigkeit erhöht. Am besten belegt ist dieser Zusammenhang bei hormonempfindlichem, also Östrogen-Rezeptor-positivem Brustkrebs. Auch Metastasen, d.h. Tochtergeschwülste in anderen Organen, und späte Rückfälle treten bei Fettleibigkeit häufiger auf. Eine Rolle spielt zudem die Zunahme an Körpergewicht im Erwachsenenalter – jede Erhöhung um mehr als zehn Prozent des ursprünglichen Gewichts steigert das Risiko für eine ungünstigere Prognose bei Brustkrebs.

Als Ursache für den Zusammenhang werden verschiedene hormonelle Faktoren und Entzündungsreaktionen diskutiert. Brustkrebspatientinnen wird empfohlen, ihr Körpergewicht durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung auf Normalwert zu halten oder es, wenn sie stark übergewichtig sind, langsam zu senken. Ein ausgewogener Speiseplan mit viel Obst und Gemüse, kalorienreduzierten Lebensmitteln und reichlich Ballaststoffen sowie ein individuell angepasster Trainingsplan für regelmäßige körperliche Bewegung können dabei helfen. 

 

Quelle:

Jiralerspong, S. & Goodwin, O. J.: Obesity and Breast Cancer Prognosis: Evidence, Challenges, and Opportunities. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. November 2016, DOI: 10.1200/JCO.2016.68.4480

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19