Brustkrebs nach den Wechseljahren: Wie die antihormonelle Therapie aussehen soll

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei Brustkrebs im frühen Stadium gibt es in der Antihormontherapie nach der Operation zwei gleichermaßen gut wirksame Therapieoptionen.

Wenn Frauen nach den Wechseljahren an hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium erkrankt sind, wird für die Zeit nach der Operation eine unterstützende, sogenannte adjuvante Antihormontherapie empfohlen, um die tumorbegünstigenden Effekte der weiblichen Geschlechtshormone zu dämpfen. Für diese Therapie liegen nun in der Fachzeitschrift Lancet Oncology Langzeitergebnisse vor, die bestätigen, dass sowohl die alleinige Therapie mit dem Aromatasehemmer Exemestan als auch die sequenzielle Therapie mit Tamoxifen gefolgt von Exemestan gute Optionen sind. 

An der Phase 3-Studie hatten fast 10.000 Patientinnen mit frühem hormonrezeptorpositivem, also hormonempfindlichem Brustkrebs aus insgesamt neun Ländern teilgenommen. Alle hatten die Menopause, d.h. die letzte Regelblutung am Ende der Wechseljahre hinter sich. Sie erhielten nach der Operation entweder fünf Jahre lang Exemestan oder – ebenfalls fünf Jahre lang - zuerst Tamoxifen und anschließend Exemestan. Der Wechsel auf den Aromatasehemmer erfolgte nach zweieinhalb bis drei Jahren. Aromatasehemmer hemmen das Enzym Aromatase, das eine entscheidende Rolle in der körpereigenen Produktion von Östrogen spielt. Wird die Aktivität des Enzyms gedrosselt, sinken zwangsläufig die Östrogenspiegel. Tamoxifen wiederum gehört zu den sogenannten selektiven Estrogenrezeptormodulatoren. Es blockiert die die Bindungsstellen für Östrogen und unterbindet auf diese Weise dessen krebsfördernde Wirkung.

In die jetzt vorliegende Analyse wurden die Daten von 6.120 Patientinnen einbezogen, die im Schnitt fast zehn Jahre und länger beobachtet worden waren. Einen Unterschied zwischen beiden Gruppen in der Langzeitwirkung der Behandlung gab es nicht - in beiden Therapiegruppen blieben jeweils zwei Drittel der Patientinnen über zehn Jahre krankheitsfrei.

Sowohl die alleinige Therapie mit dem Aromatasehemmer Exemestan als auch die Therapie mit Tamoxifen gefolgt von Exemestan sind zu empfehlende Optionen in der adjuvanten Antihormontherapie von Patientinnen mit hormonempfindlichem Brustkrebs im Frühstadium, die die Wechseljahre bereits hinter sich haben, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Die Entscheidung, welches der beiden Therapieschemata im Einzelfall gewählt wird, könne entsprechend den Vorlieben der Patientin, eventuellen Begleiterkrankungen und der Verträglichkeit getroffen werden. 

 

Quelle:

Derks, M. G. M. et al.: Adjuvant tamoxifen and exemestane in women with postmenopausal early breast cancer (TEAM): 10-year follow-up of a multicentre, open-label, randomised, phase 3 trial. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Juli 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30419-9

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14