Brustkrebs: Hormontherapie auch bei älteren Patientinnen sinnvoll

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Auch ältere Patientinnen profitieren bei Brustkrebs im ganz frühen Stadium von einer Hormontherapie. Doch offenbar führen nur wenige diese Behandlung konsequent durch.

Bei Brustkrebs im ganz frühen Stadium, beim sogenannten Carzinoma in situ (DCIS),  kann eine Hormontherapie nach der Operation das Risiko für einen Rückfall senken. Dies gilt auch für ältere Patientinnen – und doch führen ältere Frauen eine solche Behandlung offenbar vergleichsweise selten durch, wie die Ergebnisse einer neuen Studie aus den USA in der Fachzeitschrift Cancer zeigen.

Solange sich die bösartig veränderten Zellen an die natürlichen Grenzen der Milchgänge in der Brust halten, gilt der Krebs als nicht-invasiv und wird als Carzinoma in situ bezeichnet. Das DCIS gilt als eine Vorstufe von invasivem Brustkrebs, bei dem sich die Krebszellen über die Milchgänge hinaus ausgebreitet haben. Das DCIS kann, so wie invasiver Brustkrebs auch, empfindlich gegenüber der Wirkung von Hormonen, also Östrogen oder Progesteron, sein („Hormonrezeptor-positive“ Tumoren). 

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 2.871 Patientinnen mit hormonempfindlichem DCIS im Alter von 66 bis 85 Jahren analysiert. Nur 45 Prozent von ihnen begannen innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose mit einer Hormontherapie mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer. Diese Frauen waren im Durchschnitt zwei Jahre jünger als diejenigen, die auf eine Hormontherapie verzichteten. Auch andere Faktoren spielten eine Rolle, wie der Ausbildungsstand, die Herkunft, der Lebensort, der Ehestatus und das Jahr der Diagnose. Zudem führten Frauen zwischen 66 und 70 Jahren, die sich neben der Operation noch einer Strahlentherapie unterzogen, häufiger die Hormontherapie durch.

Auch das Durchhaltevermögen der Patientinnen, die mit einer Hormontherapie begonnen hatten, ließ nach Aussage der Studienautoren zu wünschen übrig: Während sich im ersten Jahr insgesamt noch zwei Drittel streng an die Therapieempfehlungen hielten, waren es nach fünf Jahren weniger als ein Drittel (30 Prozent).

 

Quelle:

Zhao, H. et al.: Initiation of and adherence to tamoxifen and aromatase inhibitor therapy among elderly women with ductal carcinoma in situ. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 25. Oktober 2016, DOI: 10.1002/cncr.30425

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.07.2017 13:34