Brustkrebs frühzeitig entdecken

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Das Mammographiescreening kann dabei helfen, Brustkrebs in einem noch frühen Stadium zu entdecken, sodass die Zahl fortgeschrittener Erkrankungen nach und nach zurückgeht. Zumindest hat sich diese Hoffnung jetzt für den Raum Münster erfüllt.

Seit geraumer Zeit werden Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in Deutschland regelmäßig alle zwei Jahre zur Teilnahme am Mammographiescreening für die Früherkennung von Brustkrebs eingeladen. Nachdem anfangs, nach der Einführung des Screenings, erwartungsgemäß die Zahl der diagnostizierten Tumoren im frühen und fortgeschrittenen Stadium in die Höhe schnellten, zeichnet sich nun bei den Frauen, für die das Screening in Frage kommt, ein Rückgang der fortgeschrittenen Brustkrebserkrankungen ab. Dies berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Ausgewertet wurden die Daten aus dem Raum Münster, in dem das Brustkrebsscreening mittels Mammographie im Oktober 2005 startete. Zwischen 2000 und 2013 erkrankten dort insgesamt 13.874 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren an invasivem Brustkrebs.

Unmittelbar nach der Einführung des Screenings nahm die Häufigkeit der Brustkrebsdiagnosen mit Tumoren im Frühstadium zu, seit 2008 ist sie stabil. Doch auch fortgeschrittener Brustkrebs wurde mit dem Screening häufiger gefunden – die Häufigkeit nahm von 2006 bis 2008 zu. Seitdem geht die Zahl fortgeschrittener Brustkrebsfälle stetig zurück. Nur bei den 50- bis 69-jährigen Frauen, die für das Mammographiescreening anspruchsberechtigt sind, ist dieser Rückgang signifikant und gleichzeitig so stark, dass inzwischen niedrigere Werte als vor der Einführung des Screenings erreicht wurden.

Damit, so die Studienautoren, könne ein positiver Effekt des Mammographiescreenings angenommen werden: Durch das Screening würden Tumoren im Frühstadium entdeckt, bevor sie in ein fortgeschrittenes, weniger gut heilbares Stadium übergehen. Allerdings gelte dies zunächst nur für die überprüften Fälle im Raum Münster und könne nicht ohne Weiteres auf ganz Deutschland übertragen werden. Doch lasse sich vermuten, dass auch in anderen Regionen ähnliche Ergebnisse zu finden seien, was in künftigen Studien untersucht werden müsse.

 

Quelle:

Simbrich, A. et al.: Trends in advanced breast cancer incidence rates after implementation of a mammography screening program in a German population. Cancer Epidemiology 2016, 44:44–51

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18