Brustkrebs der Gegenseite – Wann besteht ein hohes Risiko?

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Die familiäre Vorgeschichte an Brustkrebs ist offenbar ein entscheidender Indikator.

In einer Studie hatte sich gezeigt, dass Frauen, in deren Familie Brustkrebs aufgetreten ist und die selbst an Brustkrebs erkranken, ein deutlich erhöhtes Risiko auch für Krebs der zweiten Brust haben – selbst dann, wenn sie keine Mutation in den sogenannten Brustkrebsgenen BRCA 1 oder 2 aufweisen. Dies blieb auch in einer zweiten Analyse bestehen, bei der die Daten von Patientinnen ausgeschlossen wurden, die bestimmte andere ungünstige Genmutationen aufwiesen. Darüber berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In der bevölkerungsbasierten Fall-Kontrollstudie waren die Daten von 1.521 Patientinnen mit Brustkrebs der Gegenseite und 2.212 Patientinnen mit einseitigem Brustkrebs verglichen worden. Alle waren bei der Erstdiagnose jünger als 55 Jahre. Sie wurden unter anderem zu Brustkrebs und weiteren Krebsarten in der Familie befragt. Einige der Frauen wurden auf ungünstige Genmutationen in BRCA1/2, ATM, CHEK2*1100delC und PALB2 untersucht.

Frauen, die eine Verwandte ersten Grades mit Brustkrebs aufwiesen, hatten ein kumulatives absolutes Risiko, auch in der Gegenseite Brustkrebs zu entwickeln, von 8,1 Prozent. Das Risiko erhöhte sich noch, wenn die Verwandte bei der Diagnose ihrer Brustkrebserkrankung jünger als 40 Jahre gewesen (Risiko von 13,5 Prozent) oder selbst an Brustkrebs der Gegenseite erkrankt war (Risiko von 14,1 Prozent). Der Effekt, so die Studienautoren, war vergleichbar mit dem Risiko, dass Patientinnen haben, die eine BRCA 1 oder 2 Mutation tragen. Und er blieb auch dann bestehen, wenn nur Patientinnen in die Analyse eingeschlossen wurden, die keine ungünstige Mutation in BRCA1/2, ATM, CHEK2*1100delC oder PALB2 aufwiesen.

Offenbar sei die familiäre Vorgeschichte an Brustkrebs bei jungen Frauen ein starker Indikator für ein erhöhtes Risiko, selbst an zweiseitigem Brustkrebs zu erkranken, so die Interpretation der Studienautoren – unabhängig davon, ob ungünstige Genmutationen vorliegen oder nicht. 

 

Quelle:

Reiner A S et al. Breast Cancer Family History and Contralateral Breast Cancer Risk in Young Women: An Update From the Women’s Environmental Cancer and Radiation Epidemiology Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. April 2018, DOI: 10.1200/JCO.2017.77.3424

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 13.11.2018 19:53