Brustkrebs: CDK4/6-Hemmung zusätzlich zur Hormontherapie auch vor der Menopause

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Bei fortgeschrittenem hormonempfindlichem Brustkrebs kann die antihormonelle Therapie auch vor der Menopause mit einem CDK4/6-Hemmer kombiniert werden, um die krankheitsfreie Zeit zu verlängern.

Frauen, die vor der Menopause an hormonempfindlichem Brustkrebs erkranken und bei der Erstdiagnose einen Tumor im bereits fortgeschrittenen Stadium aufweisen, können unter bestimmten Umständen davon profitieren, wenn sie in der Erstbehandlung neben der Hormontherapie eine Therapie mit dem CDK4/6-Hemmer Ribociclib erhalten. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurden.

Die Studie wurde mit 672 Teilnehmerinnen an 188 Zentren in 30 Ländern durchgeführt. Die Patientinnen waren 18 bis 59 Jahre alt, bei allen war der hormonempfindliche HER2-negative Brustkrebs vor dem Eintritt der Menopause, also der letzten Regelblutung, diagnostiziert worden, und bei allen handelte es sich um ein fortgeschrittenes Tumorstadium. Sie wurden mit einer antihormonellen Therapie mit dem GnRH-Analogon Goserelin und entweder Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer (Letrozol oder Anastrozol) behandelt. Dazu erhielten sie entweder den CDK4/6-Hemmer Ribociclib oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Durch die zusätzliche CDK4/6-Hemmertherapie konnte die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschritt, erheblich verlängert werden. So war in der Ribociclibgruppe die Hälfte der Patientinnen nach knapp 24 Monaten noch krankheitsfrei, in der Placebogruppe gelang dies 13 Monate lang. Nebenwirkungen, die infolge der Ribociclibtherapie häufiger auftraten, waren vor allem ein Mangel an weißen Blutkörperchen (Neutropenie und Leukopenie). 

Damit habe sich die Behandlung mit dem CDK4/6-Hemmer Ribociclib zusätzlich zur antihormonellen Therapie auch bei Brustkrebspatientinnen vor der Menopause als effizient und sicher erwiesen. 

Bei hormonempfindlichem Brustkrebs wird, angeregt durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen, vermehrt Cyclin D1 gebildet, das die Proteinkinasen Cyclin-abhängige Kinasen (CDKs) CDK4 und 6 aktiviert. Werden CDK4/6 durch Hemmstoffe wie Ribociclib blockiert, verlängern sich die Ruhephasen im Zyklus der Krebszellen. Dadurch kann deren natürlicher Zelltod, die sogenannte Apoptose, eingeleitet werden, und die Krebszellen sterben ab.

 

Quelle:

Tripathy D et al. Ribociclib plus endocrine therapy for premenopausal women with hormone-receptor-positive, advanced breast cancer (MONALEESA-7): a randomised phase 3 trial. Lancet Oncology 2018, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(18)30292-4

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 14:52