Brustkrebs bei hohem Risiko vorbeugen

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Eine medikamentöse Prophylaxe kann sich langfristig lohnen, wie aktuelle Studienergebnisse belegen.

Wenn Frauen nach den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben, kann es sich lohnen, fünf Jahre lang eine Prophylaxe mit einem sogenannten Aromatasehemmer durchzuführen. Eine neue Untersuchung zeigt, dass das Brustkrebsrisiko sogar dann noch deutlich gesunken ist, wenn die Prophylaxe längst wieder beendet ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht. 

Knapp 4.000 Frauen nahmen an der Studie teil. Sie hatten die Wechseljahre bereits hinter sich, bei allen war ein hohes Risiko für Brustkrebs festgestellt worden. Deshalb erhielten sie fünf Jahre lang entweder eine Prophylaxe mit einem Aromatasehemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo). Auch nach dem Ende der Behandlung wurde jährlich untersucht, wieviele Teilnehmerinnen schlussendlich doch noch an Brustkrebs erkrankten, wieviele Todesfälle es gab, welche weiteren Krebserkrankungen vorkamen und ob schwere Nebenwirkungen etwa Herz-Kreislaufschäden oder Knochenbrüche infolge der Therapie auftraten.

Über den Beobachtungszeitraum hinweg konnte die Häufigkeit von Brustkrebs durch die Prophylaxe mit dem Aromatasehemmer um fast 50 Prozent gesenkt werden. In den ersten fünf Jahren war die Reduktion stärker als danach, aber auch nach dem Ende der Behandlung hatten die betroffenen Frauen ein signifikant niedrigeres Brustkrebsrisiko als die Frauen, die Placebo erhalten hatten. Eine Häufung schwerer Nebenwirkungen oder anderer Krebserkrankungen durch die Prophylaxe wurde nicht beobachtet.

 Nach Ansicht der Studienautoren könnten Frauen nach der Menopause, die ein hohes Risiko für Brustkrebs haben, von einer Prophylaxe mit einem Aromatasehemmer profitieren. Auch langfristig sinke dadurch ihr Risiko für Brustkrebs. Die Wirkung von Aromatasehemmern beruht darauf, dass die Bildung von körpereigenen Östrogenen verhindert wird. Dadurch können diese nicht mehr ihre wachstumsfördernde Wirkung entfalten.

 

Quelle:

Cuzick J et al. Use of anastrozole for breast cancer prevention (IBIS-II): long-term results of a randomised controlled trial. Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Dezember 2019, https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)32955-1

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24