Brustkrebs: Auch Männer können erkranken

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Ungewöhnliche Veränderungen an der Brust sollten ärztlich abgeklärt werden. Unter Umständen kann sich eine Brustkrebserkrankung dahinter verbergen.

Auch wenn das Risiko für Frauen erheblich höher ist – Männer sind vor Brustkrebs nicht gefeit. Wer als Mann eine ungewöhnliche Veränderung oder eine Verhärtung an und in der Brust bemerkt, sollte deshalb unbedingt einen Arzt aufsuchen und den Befund abklären lassen (Fachzeitschrift MMW Fortschritte der Medizin).

Immerhin 600 bis 650 Männer erkranken pro Jahr in Deutschland an Brustkrebs. Das Risiko, im Laufe des Lebens eine Brustkrebserkrankung zu erleiden, liegt bei Männern bei 0,11 Prozent und bei Frauen bei 13 Prozent – ist also beim weiblichen Geschlecht erheblich höher. Dennoch steigt auch bei Männern die Gefahr für die Krankheit mit zunehmendem Alter an. Da Männer erst mit durchschnittlich 71 Jahren im Vergleich zu Frauen mit 64 Jahren erkranken, leiden sie häufiger auch unter Begleiterkrankungen – was u.a. die schlechteren Überlebensaussichten erklärt.

Meist wird die Brustkrebsdiagnose bei Männern erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt, da Vorsorgeuntersuchungen ebenso fehlen wie das öffentliche Bewusstsein dafür, dass die Krankheit auch bei Männern auftreten kann. Im Durchschnitt vergehen drei bis sechs Monate zwischen den ersten Symptomen und dem Arztbesuch. Der Tumor ist dann meist schon größer und hat bereits in Lymphknoten gestreut. Ein bekannter Risikofaktor für Brustkrebs bei Männern ist eine erhöhte körpereigene Produktion von Östrogen etwa bei Hodenerkrankungen oder Fettleibigkeit. Auch eine vererbbare familiäre Neigung ist bekannt, wobei bei Männern vor allem Veränderungen (Mutationen) im Brustkrebsgen BRCA2-Gen eine Rolle spielen. 

Wie bei Frauen auch stehen für die Therapie von Brustkrebs bei Männern neben der Operation weitere Verfahren zur Verfügung, um die Erkrankten zu heilen oder die Krankheit zumindest für längere Zeit zum Stillstand zu bringen. Für eine optimale Behandlung nach der aktuell gültigen S3-Leitlinie und den neuesten Forschungserkenntnissen empfiehlt sich die Aufnahme in ein zertifiziertes Brustkrebszentrum. Dort kann auch geklärt werden, ob eine genetische Beratung bzw.  Untersuchung der Betroffenen und ihrer Familienangehörigen zu empfehlen ist.

 

Quelle:

Würstlein R et al. Mammakarzinom beim Mann. Tastbefund an der Brust: Auch bei Männern immer abklären! MMW Fortschritte der Medizin 2017, 21-22(159):67-72

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04