BRCA-Genveränderungen: Risiko für die Gebärmutterkrebs?

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In einer Studie zeigt sich bei Frauen mit erblicher Neigung zu Brustkrebs, die sich vorsorglich die Eierstöcke entfernen lassen, ein erhöhtes Risiko für serösen Gebärmutterkörperkrebs. Generell ist das Risiko für Gebärmutterkrebs aber nicht erhöht.

Frauen, die eine Veränderung in den sogenannten Brustkrebsgenen BRCA 1 oder 2 tragen, haben auch ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs, weshalb sich manche dazu entscheiden, vorsorglich die Eierleiter und Eierstöcke entfernen zu lassen. Unklar ist bislang, ob auch ein erhöhtes Risiko für die Gebärmutter besteht und es deshalb sicherer sein könnte, bei der Operation auch die Gebärmutter zu entfernen. Dieser Frage widmeten sich Wissenschaftler aus den USA und Großbritannien und stellten kürzlich ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Oncology vor.

An der Studie nahmen 1.083 Frauen im Alter von 41 bis 52 Jahren teil, bei denen zwischen 1995 und 2011 eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation festgestellt worden war. Sie ließen sich vorsorglich die Eileiter und Eierstöcke entfernen. 

Im Beobachtungszeitraum von mehreren Jahren traten acht Fälle von Gebärmutterkrebs auf. Das allgemeine Risiko für Gebärmutterkrebs war damit nicht erhöht. Allerdings, so die Studienautoren, war bei Frauen mit BRCA1-Mutation die Anzahl der Fälle an serösen oder serösartigen Endometriumkarzinomen erhöht, einer Unterart von Gebärmutterkörperkrebs. Über dieses erhöhte Risiko müsse bei der Entscheidung, ob auch die Gebärmutter vorsorglich entfernt werden soll oder nicht, mit den Patientinnen gesprochen werden. Es müsse gegen die Risiken und Folgen der Operation abgewogen werden.

 

Quelle:

Shu, C. A. et al.: Uterine Cancer After Risk-Reducing Salpingo-oophorectomy Without Hysterectomy in Women With BRCA Mutations. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Juni 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2016.1820

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.11.2017 23:25