Bösartige Tumoren der Bindehaut am Auge

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Bösartige Tumoren der Bindehaut des Auges sind selten, erfordern in vielen Fällen aber eine rasche und vergleichsweise aggressive Therapie, damit die Überlebensaussichten verbessert werden können. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Der Onkologe.

Am häufigsten treten bösartige Tumoren der Bindehaut als Plattenepithelkarzinom, malignes Melanom oder malignes Lymphom in Erscheinung. Der wichtigste Risikofaktor ist die UV-Strahlung, Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) werden zudem beim Plattenepithelkarzinom ebenso diskutiert wie Störungen der Immunabwehr bei Plattenepithelkarzinomen und Lymphomen. Melanome der Bindehaut zeichnen sich meist durch eine bräunliche Färbung aus, mögliche Symptome bösartiger Bindehauttumoren generell sind Fremdkörpergefühl, Brennen, Rötung des Auges und vermehrter Tränenfluss.

Plattenepithelkarzinome und Melanome der Bindehaut müssen in der Regel vollständig operativ entfernt werden, anschließend wird unter Umständen eine unterstützende (adjuvante) Therapie mit beispielsweise Mitomycin, einem Zytostatikum, oder Interferon direkt am Auge oder eine Strahlentherapie (bei Melanomen) empfohlen. Dies soll die Rückfallgefahr senken. Bei Bindehautlymphomen kommt die Strahlentherapie zum Einsatz, dazu wird bei einigen Lymphomarten eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Chemotherapie bzw. eine Immuntherapie empfohlen.

Wenn ein Bindehautmelanom bereits Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet hat, kann – sofern bestimmte genetische Veränderungen (Mutationen) in den Krebszellen vorliegen - eine zielgerichtete Therapie mit BRAF-/MEK-Hemmern durchgeführt werden. Liegen diese Mutationen nicht vor, ist eine Immuntherapie mit Checkpointblockern möglich. Allerdings liegen zur Wirksamkeit dieser Therapien nur wenig verlässliche Studiendaten vor, weil die Tumoren so selten vorkommen.

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in vor allem anfangs engen zeitlichen Abständen sind bei bösartigen Tumoren der Bindehaut unerlässlich, da eine vergleichsweise hohe Rückfallneigung besteht.

Quelle:

Auw-Hädrich C. & Reinhard T. Konjunktivale Malignome. Der Onkologe 2019, 25:625-40

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.09.2019 16:42