Blutplättchen als Krebsmarker

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Wenn die Blutplättchen im Blut dauerhaft ansteigen, kann sich unter Umständen eine Krebserkrankung dahinter verbergen.

Eine erhöhte Zahl von Blutplättchen, sogenannten Thrombozyten, kann ein Marker für eine Krebserkrankung sein – lange schon, bevor andere Symptome auftreten. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift British Journal of General Practice.

In der Studie wurden die Daten von insgesamt 50.000 Patienten im Alter von 40 Jahren und aufwärts ausgewertet: 40.000 von ihnen wiesen eine erhöhte Zahl von Thrombozyten, eine sogenannte Thrombozytose, im Blut auf, bei den übrigen 10.000 war der Wert normal. Bei elf Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen mit erhöhten Thrombozyten wurde eine Krebserkrankung diagnostiziert. Wenn nach einer ersten Messung mit erhöhtem Thrombozytenwert innerhalb von sechs Monaten erneut eine Thrombozytose festgestellt wurde, stieg das Risiko für eine Krebsdiagnose auf 18 Prozent bei Männern und zehn Prozent bei Frauen.

Besonders oft wurden Lungen- und Darmkrebs festgestellt. Ein Drittel der Patienten mit Thrombozytose, bei denen Lungen- oder Darmkrebs diagnostiziert wurden, hatte keine anderen Symptome, die auf eine Krebserkrankung hindeuten würden.

Die Studie zeige nach Ansicht der Autoren, dass eine Thrombozytose bei Erwachsenen ein Marker für eine Krebserkrankung sein könne. Werden wiederholt erhöhte Werte an Thrombozyten festgestellt, sollte dies ein Anlass für eingehende Untersuchungen sein, um eine eventuelle Krebserkrankung frühzeitig zu bemerken. 

 

Quelle:

Bailey, S. E. R. et al.: Clinical relevance of thrombocytosis in primary care: a prospective cohort study of cancer incidence using English electronic medical records and cancer registry data. British Journal of General Practice 2017, 67(659):e405-e413

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05