Blut- und Lymphdrüsenkrebs: Bei Pemphigus häufiger

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Das Risiko für chronische Leukämie, multiples Myelom und Non-Hodgkin-Lymphome ist bei Patienten mit Pemphigus erhöht.

Menschen, die an Pemphigus (auch Blasenkrankheit genannt) leiden, haben ein erhöhtes Risiko für einige Krebserkrankungen des blutbildenden Systems und des Lymphsystems. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Pemphigus ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen bestimmte Eiweiße der Oberhaut, wodurch sich Blasen in der Haut bilden. Schon seit längerem wird ein Zusammenhang von Pemphigus zu sowohl anderen Autoimmunerkrankungen als auch zu Krebserkrankungen vermutet.

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 1.985 Patienten mit Pemphigus und 9.874 Kontrollpersonen ohne diese Erkrankung ausgewertet. Tatsächlich erkrankten zwar absolut nur wenige, aber dennoch jeweils doppelt so viele Patienten mit Pemphigus an chronischer Leukämie und multiplem Myelom wie Kontrollpersonen. Auch Non-Hodgkin-Lymphome traten unter Pemphiguspatienten häufiger auf als unter den Kontrollpersonen. 

Der Zusammenhang zwischen Pemphigus und chronischer Leukämie blieb auch bestehen, wenn die Patienten, die eine das Immunsystem unterdrückende Therapie gegen die Blasenkrankheit erhielten, von der Analyse ausgeschlossen wurden. Hingegen zeigte sich kein Zusammenhang zu akuter Leukämie, Hodgkin-Lymphom, myelodysplastischem Syndrom und Polyzythämia vera.

Offenbar kommen einige Krebserkrankungen des blut- und lymphbildenden Systems bei Patienten mit Pemphigus häufiger vor als bei Personen, die nicht an der Blasenkrankheit leiden. Um den Zusammenhang eindeutig zu klären, seien nach Ansicht der Studienautoren weitere Studien erforderlich.

 

Quelle:

Kridin K et al. Pemphigus and hematologic malignancies: A population-based study of 11,859 patients. Journal oft the American Academy of Dermatology 2018, 78(6):1084–9.e1

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.05.2018 21:36