Blut im Urin

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Ein Alarmzeichen, das es abzuklären gilt.

Blut im Urin (Hämaturie) sollte immer ärztlich abgeklärt werden, weil sich eine ernstzunehmende Erkrankung wie Harnblasenkrebs dahinter verbergen kann. Darauf verweist ein Artikel in der Fachzeitschrift MMW Fortschritte der Medizin.

In der Regel ist das Auftreten von mit dem bloßen Auge sichtbarem Blut (Makrohämaturie) oder nur unter dem Mikroskop sichtbarem Blut (Mikrohämaturie) im Urin bei Harnblasenkrebs nicht mit Schmerzen verbunden. Schmerzhaft ist die Hämaturie eher bei einer Entzündung bzw. einem Harnwegsinfekt. In jedem Fall jedoch muss, wenn Blut im Urin sichtbar wird, eine ärztliche Abklärung erfolgen. Denn von der Tatsache, dass Schmerzen dabei vorhanden sind, kann nicht zwangsläufig darauf geschlossen werden, dass ein Harnblasentumor ausgeschlossen sei. Und auch ein Harnwegsinfekt bedarf in der Regel der medizinischen Behandlung. Andere mögliche, aber eher unspezifische Symptome für Harnblasenkrebs sind plötzlich auftretender häufiger Harndrang und häufiges Wasserlassen in jeweils kleinen Mengen. 

Wenn sich Blut im Urin zeigt, wird der Urologe bzw. die Urologin eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine Harnblasenspiegelung vornehmen. Dabei kann die sogenannte photodynamische Diagnostik (PDD) oder Fluoreszenzendoskopie helfen, einen Tumor und seine lokale Ausdehnung besser zu erkennen. Für diese Untersuchung wird zuvor über einen Katheter ein Fluoreszenzfarbstoff in die Blase eingebracht. Dieser wird von Krebszellen verstärkt aufgenommen, sodass der Tumor anschließend mit blauem, Fluoreszenz anregendem Licht sichtbar wird. Bei den mitunter schwer zu erkennenden bösartigen Tumoren der Blase gilt die PDD als besonders effizient und wird deshalb von den aktuellen Leitlinien empfohlen. 

Wird bei der Harnblasenspiegelung ein Tumor entdeckt, kann er mittels modernen Verfahren abgetragen werden. Anschließend wird er unter dem Mikroskop untersucht, um das weitere therapeutische Vorgehen planen zu können. Wenn sich bei der Harnblasenspiegelung keine Ursache für das Blut im Urin finden lässt, schließt sich eine Untersuchung der oberen Harnwege, zum Beispiel mittels Computertomographie an.

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland derzeit rund 12.000 Männer und 4.000 Frauen pro Jahr an Harnblasenkrebs. Werden das Carcinoma in situ, das sich noch nicht über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat, und Tumoren unsicheren Verhaltens dazugerechnet, erhöht sich diese Zahl für Männer auf ca. 23.000 und für Frauen auf ca. 7.600 Neuerkrankungen pro Jahr.

 

Quellen:

Karl A et al. Leitsymptom bei Harnblasenkrebs Blut im Urin! Das müssen Sie unbedingt abklären. MMW Fortschritte der Medizin 2018, 160(21-22):43-6

Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2017

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.10.2019 15:50