Blut im Stuhl? Künftig mit höherer Sicherheit nachweisbar

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Auch künftig können gesetzlich Krankenversicherte ab dem 50. Lebensjahr kostenfrei ihren Stuhl auf verdecktes Blut untersuchen lassen, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Doch der dabei angewendete Test wird ein anderer sein als bisher.

Ab dem 1. April 2017 steht den gesetzlich Krankenversicherten ein neues Stuhltest-Verfahren zur Früherkennung von Darmkrebs zur Verfügung: Statt des bislang angewendeten Guajak-Tests wird künftig der neue quantitative immunologische Test (iFOBT) zum Einsatz kommen. Im kurativen („heilenden“) Bereich gilt bis zum 1. Oktober noch eine Übergangsfrist, danach darf auch dort ausschließlich der iFOBT angewendet werden.

In Studien stellte sich heraus, dass verdecktes Blut im Stuhl mithilfe immunologischer Tests sicherer als beim Guajak-Test nachgewiesen werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legte deshalb fest, den Guajak-basierten Test abzulösen und die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie entsprechend zu ändern.

Beim bislang verwendeten Guajak-Test enthält der Testbrief, auf den eine Stuhlprobe vom Patienten aufgebracht wird, ein Filterpapier, das mit Guajak-Harz getränkt ist. Träufelt der Arzt auf das Testpapier eine kleine Menge Wasserstoffperoxid, kommt es, sofern sich der Blutfarbstoff Hämoglobin und damit Blut im Stuhl befindet, zu einem sichtbaren Farbwechsel von weiß zu blau. Jedoch ist die Sensitivität des Guajak-Tests relativ gering, das Testergebnis kann durch Nahrungsmittel oder Blutungen aus anderen Quellen verfälscht werden.

Auch bei den neuen immunologischen Tests bekommt der Patient ein Stuhlproben-Entnahmeset mit nach Hause. Damit die Stuhlprobe möglichst rasch ausgewertet werden kann, sollte sie noch am Entnahmetag beim Arzt abgegeben werden. Im Labor wird ein Test mit Antikörpern („immunologischer Test“) durchgeführt, die sich bei Vorhandensein an den Blutfarbstoff Hämoglobin binden und das Testpapier färben. Der Vorteil ist, dass diese Antikörper tatsächlich nur menschliches Blut nachweisen, wodurch die Nachweiskraft des Testverfahrens höher wird.

Ab dem 50. Lebensjahr hat jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland die Möglichkeit, einmal jährlich den Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs auf Kosten der Krankenkasse durchzuführen. Vom 55. Lebensjahr an besteht Anspruch auf zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder weitere Stuhltests alle zwei Jahre. Stellt sich beim Stuhltest ein positiver Befund heraus, wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung empfohlen.

 

Quellen:

Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 9. März 2017

Beschluss des G-BA

 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.07.2017 16:54