Blut im Stuhl entdecken: Mit Testverfahren leicht gemacht

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Die verschiedenen auf dem Markt erhältlichen immunologischen Tests auf verdecktes Blut im Stuhl, die auf Darmkrebs hinweisen können, sind offenbar zuverlässig – sofern ein paar Anpassungen vorgenommen werden.

Seit April dieses Jahres wird beim Früherkennungsscreening auf Darmkrebs ein neues Stuhltestverfahren, ein sogenannter quantitativer immunologischer Test (iFOBT), angewendet. Hiermit kann verdecktes Blut im Stuhl nachweislich sicherer als beim bis dahin üblichen Guajak-Test nachgewiesen werden. Mehrere verschiedene immunologische Tests sind auf dem Markt. Jedoch war bislang unklar, ob es Unterschiede zwischen den angebotenen Tests gibt und wenn ja, in welchem Umfang. Dem gingen Wissenschaftler aus Deutschland auf die Spur und unterzogen neun immunologische Tests einem direkten Vergleich (Fachzeitschrift Gastroenterology).

Die Forscher wendeten die Tests an Stuhlproben von 1.667 Personen an, die diese vor einer Darmspiegelung (Koloskopie) abgegeben hatten. Bei 216 Personen war in der Koloskopie ein bösartiger Tumor diagnostiziert worden.

Mit allen neun immunologischen Tests konnten die Forscher die Darmkrebserkrankungen sicher vorhersagen. Allerdings fielen zunächst auch viele Tests positiv aus, bei denen kein bösartiger Tumor vorlag – sofern die Wissenschaftler den Angaben der Hersteller folgten, ab wann ein Testergebnis als positiv zu werten sei. Erst als die Wissenschaftler die Schwellenwerte der einzelnen Tests anpassten, kamen sie mit allen zu jeweils ähnlichen Ergebnissen.

Die neuen immunologischen Tests waren eingeführt worden, weil die Testergebnisse beim bislang üblichen Guajak-Tests leicht durch Nahrungsmittel oder Blutungen aus anderen Quellen verfälscht werden konnten. Bei den immunologischen Tests werden Antikörper auf die Stuhlprobe gegeben, die sich, wenn der Blutfarbstoff Hämoglobin vorhanden ist, daran binden und das Testpapier färben. Der Vorteil ist, dass diese Antikörper tatsächlich nur menschliches Blut nachweisen, wodurch die Nachweiskraft des Testverfahrens höher wird. Eine größere Menge Blut im Stuhl deutet auf das Vorhandensein eines bösartigen Tumors im Darm hin.

Vom 50. Lebensjahr an kann jeder gesetzlich Versicherte in Deutschland einmal pro Jahr einen Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs auf Kosten der Krankenkasse durchführen. Ab dem 55. Lebensjahr besteht Anspruch auf zwei Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von mindestens zehn Jahren oder weitere Stuhltests alle zwei Jahre. Stellt sich beim Stuhltest ein positiver Befund heraus, wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung empfohlen.

 

Quelle:

Gies, A. et al.: Direct Comparison of Diagnostic Performance 1 of 9 Quantitative 2 Fecal Immunochemical Tests for Colorectal Cancer Screening. Gastroenterology, Onlinevorabveröffentlichung am 25. September 2017, doi: 10.1053/j.gastro.2017.09.018

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07