Blasenkrebs: Chemo- und Strahlentherapie auch bei Älteren

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Unabhängig von ihrer allgemeinen körperlichen Verfassung profitieren auch sehr alte Patienten mit lokal fortgeschrittenem Harnblasenkrebs von einer Chemo-Strahlentherapie.

Die Belastungen einer Chemo-Strahlentherapie sind hoch und dennoch: Auch bei sehr alten Patienten mit Blasenkrebs kann der Einsatz dieser Therapie anstelle einer alleinigen Strahlentherapie lohnen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer.

In der Studie wurden die Daten von 1.369 Patienten ab dem 80. Lebensjahr (Spanne 80 bis 90 Jahre) ausgewertet, die an Blasenkrebs erkrankt waren. Bei allen hatte sich der Tumor bereits in die Muskulatur der Blasenwand ausgebreitet, war also lokal fortgeschritten („muskel-invasiv“), hatte aber noch keine Lymphknoten oder andere Organe befallen. Die Patienten wurden entweder mit einer alleinigen Strahlentherapie behandelt oder mit einer begleitenden Chemo-Strahlentherapie.

Nach zwei Jahren war knapp die Hälfte der Patienten noch am Leben. Dabei betrug das Gesamtüberleben in der Chemo-Strahlentherapiegruppe 56 Prozent, in der Strahlentherapiegruppe 42 Prozent. Dieser Unterschied war signifikant. Auch höhere Strahlendosen waren mit besseren Überlebensaussichten verbunden. Je größer der Tumor war, je weiter er sich also bereits innerhalb der Harnblase ausgebreitet hatte, desto ungünstiger waren die Überlebenschancen.

Auch bei alten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Blasenkrebs kann eine Chemo-Strahlentherapie gegenüber einer alleinigen Bestrahlung Überlebensvorteile bringen – unabhängig davon, in welcher körperlichen Allgemeinverfassung sich die Patienten befinden, so die Einschätzung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Korpics, M. C. et al.: Concurrent chemotherapy is associated with improved survival in elderly patients with bladder cancer undergoing radiotherapy. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 5. Juni 2017, DOI: 10.1002/cncr.30719  

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07