Bis die Krankheit voranschreitet

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Ob eine Therapie bei fortgeschrittenem GIST langfristig gut wirksam ist oder nicht, lässt sich offenbar an der Zeit, bis die Krankheit wieder voranschreitet, ablesen

Gastrointestinale Stromatumoren, kurz GIST, sind seltene Tumoren, die den Magen-Darmtrakt betreffen. Sie werden, wenn möglich, operativ behandelt. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Krankheit nicht mehr heilbar ist, kann versucht werden, das Tumorwachstum durch eine zielgerichtete Therapie mit sogenannten Tyrosinkinasehemmern aufzuhalten. Ein aussagekräftiges Maß dafür, ob eine solche Behandlung tatsächlich auch die Lebenszeit verlängern kann oder nicht, ist offenbar die Zeit, bis die Krankheit wieder voranschreitet. Darüber berichteten Wissenschaftler in einem Überblicksartikel in der Fachzeitschrift Clinical Cancer Research.

Die Forscher begutachteten zusammenfassend die Daten aus 14 klinischen Studien und fünf Beobachtungsstudien mit insgesamt knapp 2.200 GIST-Patienten, die zwischen 1995 und 2013 veröffentlicht worden waren. Es ergab sich ein Zusammenhang zwischen der Zeit, bis die Krankheit trotz Therapie wieder voranschritt, und dem Gesamtüberleben – je länger es bis zu einem Wiederaufflackern der Krankheitsaktivität dauerte, desto besser waren die Überlebensaussichten. Besonders stark war dieser Zusammenhang bei Zweit- und Dritttherapien, mit denen jeweils begonnen wird, wenn eine vorangegangene Therapie nicht oder nicht mehr anschlägt.

Bei künftigen Studien zur Effizienz von Therapien könne die Zeit bis zum Voranschreiten der Krankheit als aussagekräftiger Parameter noch stärker genutzt werden als dies bislang üblich war, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Özer-Stillman, I. et al.: Meta-analysis for the Association between Overall Survival and Progression-Free Survival in Gastrointestinal Stromal Tumor. Clinical Cancer Research, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Dezember 2014, DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-14-1779

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22