Bewegung – ein gutes Zeichen

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Sportlich aktive Brust- und Darmkrebspatienten haben im Durchschnitt eine bessere Prognose

Krebspatienten, die während ihrer Erkrankung sportlich aktiv bleiben oder es werden, fühlen sich körperlich oft fitter. Doch nicht nur das: Wie eine Überblicksstudie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology zeigt, ist verstärkte körperliche Bewegung bei Brust- und Darmkrebs mit einer besseren Prognose verbunden.

Die Forscher fassten in ihrer Analyse die Daten von 16 Studien mit Brustkrebspatientinnen und sieben Studien mit Darmkrebspatienten zusammen - insgesamt fast 50.000 Krebspatienten, von denen knapp 5.000 an der Krebserkrankung und rund 8.000 an einer anderen Ursache starben. Die sportlich aktivsten Patienten starben im Vergleich zu den sportlich am wenigsten aktiven seltener – dies galt für beide Krebsarten. Sport nach der Diagnose schien noch günstiger: Hier waren die Überlebenschancen für diejenigen, die sich am stärksten sportlich betätigten, noch größer im Vergleich zu den sportlich am wenigsten Aktiven.

Die Wissenschaftler stellten einen klaren Zusammenhang her: Sich jede Woche 150 Minuten lang sportlich zu bewegen, sei mit einer Senkung der Gesamtsterblichkeit bei Brustkrebs um 24 Prozent und bei Darmkrebs um 28 Prozent verbunden. Sportliche Höchstleistungen sind dabei nicht gefragt, eine mittlere Intensität, wie etwa beim zügigen Spazierengehen, Joggen oder Schwimmen, reicht aus. Zudem war eine Steigerung der körperlichen Aktivität nach der Krebsdiagnose mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden, wobei es keine Rolle spielte, in welchem Ausmaß die Aktivitäten erhöht wurden.

Darüber, ob die körperliche Bewegung „nur“ einen besseren Krankheitsverlauf anzeigt oder tatsächlich auch ursächlich eine geringere Sterblichkeit bewirken kann, lässt sich durch die Studie keine endgültige Aussage treffen. So treiben Krebspatienten, die stärkere Symptome haben, möglicherweise automatisch weniger Sport, weil ihr körperlicher Zustand dies nicht zulässt. Weitere Studien seien notwendig, um der Frage auf den Grund zu gehen, so die Autoren.

 

Quelle:

Schmid, D. & Leitzmann, M. F. et al.: Association between physical activity and mortality among breast cancer and colorectal cancer survivors: a systematic review and meta-analysis. Annals of Oncology 2014, 25(7):1293-1311

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19