Bevorzugt unter die Haut

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Brustkrebspatientinnen mit HER2-positivem Tumor bevorzugen in einer Studie mehrheitlich, einen Antikörper unter die Haut gespritzt, anstatt als Infusion über eine Vene verabreicht zu bekommen.

Bei HER2-positivem Brustkrebs (HER2 = epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor 2 = Human Epithelial growth factor Receptor 2) kann der monoklonale Antikörper Trastuzumab als Spritze unter die Haut (subkutan) verabreicht werden, ohne dass im Vergleich zu einer intravenösen Infusion des Wirkstoffs Einbußen in der Wirksamkeit oder mehr Unverträglichkeitsreaktionen zu befürchten wären (s. Meldung DKG vom 6. Juli 2017). In einer Studie, in der beide Verabreichungsformen angewendet wurden, bevorzugten die meisten Patientinnen die subkutane Anwendung. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer.

Indem sich Trastuzumab an HER2 bindet, hemmt es die Vermehrung der Krebszellen und stoppt so nach der Operation insbesondere in Verbindung mit Chemotherapie das weitere Voranschreiten der Brustkrebskrankheit. Die subkutane Anwendung unter die Haut biete den Vorteil einer kürzeren Behandlungszeit, sodass die Patientinnen weniger Zeit in der Klinik verbringen müssen.

In der aktuellen Studie wurden die Daten von 92 Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs ausgewertet, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hatte. Alle Patientinnen brachten in der Erstbehandlung eine Chemotherapie in Kombination mit Trastuzumab hinter sich und waren anschließend mindestens drei Jahre lang krankheitsfrei. Sie wurden - nach dem Zufallsprinzip ausgewählt - mit drei Zyklen Trastuzumab subkutan gefolgt von drei Zyklen Trastuzumab intravenös oder umgekehrt behandelt. Im sechsten Zyklus wurden die Patientinnen befragt, welche der beiden Anwendungsformen sie bevorzugen würden.

79 der 92 Patientinnen präferierten das Spritzen des Wirkstoffs unter die Haut, die übrigen 13 die intravenöse Verabreichung. Auch das medizinische Personal zeigte sich in der Mehrheit mit der subkutanen Anwendung von Trastuzumab zufrieden. Dies, so die Studienautoren, decke sich mit Befragungen bei Patientinnen mit Brustkrebs im frühen Stadium, die ebenfalls mit Trastuzumab behandelt werden können, sofern ihr Tumor HER2-positiv ist. Auch sie bevorzugten in der Mehrheit das Spritzen des Wirkstoffs unter die Haut anstelle einer aufwändigeren Infusion in die Vene.

 

Quelle:

Pivot, X. et al.: Patients' preference of trastuzumab administration (subcutaneous versus intravenous) in HER2-positive metastatic breast cancer: Results of the randomised MetaspHer study. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 24. Juni 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2017.05.009

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.09.2017 17:15