Betreuung kein Kinderspiel

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Depressive Symptome sind unter pflegenden Angehörigen keine Seltenheit.

Schwerstkranke Patienten zu pflegen ist eine aufopferungsvolle Tätigkeit, die den Angehörigen viel abverlangt. Vor allem das seelische Wohlergehen kann darunter leiden, wie aus einem Studienbericht kanadischer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervorgeht.

Die Forscher begleiteten 280 Personen, welche sich um Verwandte oder Freunde kümmerten, die nach einem lebensbedrohlichen Ereignis aus dem Krankenhaus entlassen worden waren. Dort waren die Erkrankten mindestens sieben Tage lang maschinell beatmet worden. Sieben Tage sowie drei, sechs und zwölf Monate nach der Entlassung wurden die Betreuer zu ihrem eigenen Befinden befragt. Es handelte sich mit 70 Prozent in der Mehrzahl um Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 53 Jahren. 

Vor allem anfangs waren depressive Symptome unter den Befragten häufig: Zwei Drittel litten zu Beginn darunter, nach einem Jahr waren es noch 43 Prozent. Bei den meisten Betreuern gingen die depressiven Beschwerden nach und nach zurück, allerdings blieben sie bei 16 Prozent unverändert. Ein höheres Risiko für depressive Symptome hatten die Betreuer, wenn sie jünger waren, sich in ihren eigenen Aktivitäten stark eingeschränkt fühlten oder das Gefühl hatten, gar die Kontrolle über das eigene Leben verloren zu haben. 

 

Quelle:

Cameron, J. I. et al.: One-Year Outcomes in Caregivers of Critically Ill Patients. N Engl J Med 2016, 374:1831-1841

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21