Bestrahlung bei Kopf-Halstumoren: Krämpfe im Unterkiefer (Trismus) verhindern

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Die Gefahr eines Trismus infolge der Strahlentherapie bei Tumoren im Kopf-Halsbereich kann durch gezielte Übungen verringert werden.

Eine Folge bösartiger Tumoren im Kopf-Halsbereich und ihren Therapien ist sogenannter Trismus. Dabei verkrampft sich die Kaumuskulatur des Unterkiefers – die Betroffenen können den Mund gar nicht oder nur noch unter Schmerzen öffnen. Spezielle Übungen können sich positiv auswirken, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology berichteten.

In die Studie waren 50 Patienten mit einem bösartigen Kopf-Halstumor eingeschlossen worden, die eine Radiotherapie mit oder ohne Chemotherapie erhielten. Sie nahmen an einem zehnwöchigen Training teil, das auf die Mobilisierung der Unterkiefermuskulatur ausgerichtet war. In den folgenden zwei Jahren nach diesem Training wurde regelmäßig kontrolliert, ob und wie stark Trismus bei ihnen auftrat.

Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein spezielles Training für die Unterkiefermuskulatur erhalten hatte, waren Trismusbeschwerden bei den „Trainierten“ deutlich geringer ausgeprägt. Sie konnten den Mund weiter öffnen, litten dabei seltener unter Schmerzen und erlebten eine höhere Lebensqualität.

Die Studie zeige, so die Autoren, dass gezielte Übungen zur Mobilisierung der Unterkiefermuskeln bei Patienten, die wegen eines Kopf-Halstumors bestrahlt werden müssen, die tonischen Krämpfe verringern könnten.

 

Quelle:

Paulia, N. et al.: Exercise intervention for the treatment of trismus in head and neck cancer – a prospective two-year follow-up study. Acta Oncologica, Onlineveröffentlichung am 15. Februar 2016, DOI:10.3109/0284186X.2015.1133928

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.06.2017 17:24