Bestrahlung bei Analkrebs: Zentren mit hoher Kapazität gesucht

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In einer Studie wird gezeigt, dass Patienten, die wegen Analkrebs bestrahlt werden, die besten Überlebensaussichten haben, wenn das behandelnde Zentrum über viel Erfahrung in der Behandlung verfügt.

Bei der oft sehr komplexen Behandlung von Krebserkrankung spielen die Erfahrung der Behandler und die Ausstattung der Klinik eine enorme Rolle. Dies betätigen einmal mehr die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie in der Fachzeitschrift Cancer, in der für Patienten mit Analkrebs die Kapazitäten der Bestrahlungskliniken, in denen sie bestrahlt wurden, untersucht und verglichen wurden.

Die Forscher werteten die Daten von 13.550 Patienten aus, die wegen Analkrebs eine Bestrahlung erhalten hatten. Sie kategorisierten die behandelnden Zentren hinsichtlich deren Kapazität in Bezug auf diese Therapie in drei Kategorien (niedrig, mittel und hoch), wobei sie sich auf die Anzahl der im jeweiligen Zentrum durchgeführten derartigen Bestrahlungen stützten. Diese ließ sich jeweils anhand eines individuellen Identifizierungscodes ermitteln, mit dem jede Klinik ausgestattet ist.

Patienten, die in Zentren mit hoher Kapazität bestrahlt worden waren, hatten signifikant längere Überlebenszeiten – das Fünf-Jahres-Gesamtüberleben betrug in den Kliniken mit geringer, mittlerer und hoher Kapazität 70 Prozent, 72,2 Prozent und 75,4 Prozent. In den Kliniken mit hoher Kapazität wurden die Patienten häufiger als in den anderen Kliniken gleichzeitig mit Chemotherapie behandelt. Zudem gab es seltener Verzögerungen bei der Strahlenbehandlung, so dass die Therapie weniger oft länger als 45 Tage dauerte.

Gerade bei seltenen Krebserkrankungen wie Analkrebs spiele es eine Rolle, ob das behandelnde Zentrum über ausreichend Erfahrungen mit der oft komplizierten Bestrahlungsplanung und über die nötige moderne Technik verfüge, so bewerteten die Studienautoren die Ergebnisse. Wohl aus diesem Grund schlage sich die Kapazität der Zentren in den Überlebensaussichten der Patienten nieder. Ärzte mit einem großen Erfahrungsschatz und gute Technik seien eine Voraussetzung, Patienten mit Analkrebs die optimale Behandlung zukommen zu lassen und ihnen die jeweils bestmöglichen Aussichten zu verschaffen.

 

Quelle:

Amini, A. et al.: Impact of facility volume on outcomes in patients with squamous cell carcinoma of the anal canal: Analysis of the National Cancer Data Base. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 29. August 2016, DOI: 10.1002/cncr.30327

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21