Bessere Überlebenschancen weltweit

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Immer mehr Menschen überstehen eine Krebserkrankung fünf Jahre und länger. Weltweit gibt es noch große Unterschiede in den Überlebenszahlen.

Wer heute an Krebs erkrankt, hat deutlich bessere Chancen, die Krankheit zu überleben, als noch vor 15 Jahren. Wie die Auswertung von 322 bevölkerungsbasierten Krebsregistern aus 71 Ländern und Territorien ergab, sind die Überlebensraten sogar bei aggressiven, meist tödlich endenden Krebsarten um ein paar Prozentpunkte gestiegen. Die Ergebnisse der CONCORD-Arbeitsgruppe wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht.

Die Studie umfasste die Daten von 37,5 Millionen Menschen, die im Zeitraum 2000 bis 2014 die Diagnose Krebs erhielten. Ausgewertet wurden die Verläufe bei insgesamt 18 Krebsarten bzw. Gruppen von Krebsarten: Krebs der Speiseröhre, des Magens, des Dickdarms, des Enddarms, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Lunge, der Brust (bei Frauen), des Gebärmutterhalses, der Eierstöcke und der Prostata sowie schwarzer Hautkrebs (Melanom) bei Erwachsenen, außerdem Hirntumoren, Leukämien und Lymphome bei Erwachsenen und Kindern. Ermittelt wurden die Fünf-Jahresüberlebensraten über die Zeit.

Die größten Aussichten, die Krankheit fünf Jahre und mehr zu überleben, haben bei den meisten Krebsarten die Patienten in den USA und Kanada, in Australien und Neuseeland, in Finnland, Island, Norwegen und Schweden. Generell sind die Überlebensraten gestiegen, selbst bei aggressiven, meist tödlich endenden Krebsarten. Demnach stieg das Fünf-Jahresüberleben bei Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs um durchschnittlich fünf Prozent, es ist insgesamt jedoch noch immer niedrig.

Weltweit bestehen große Unterschiede. So hatten Frauen, die zwischen 2010 und 2014 die Diagnose Brustkrebs erhielten, in Australien ein Fünf-Jahresüberleben von 89,5%, in den USA von 90,2%, in Indien jedoch nur von 66,1%. Bei Erkrankungen des Magen-Darmtrakts haben hingegen südostasiatische Länder die Nase vorn: In Südkorea wurde beispielsweise bei Magenkrebs ein Fünf-Jahresüberleben von 68,9% ermittelt, bei Dickdarmkrebs von 71,8% und bei Enddarmkrebs von 71,1%. Bei Melanomen der Haut, Lymphomen und Leukämien hingegen überleben in diesen Ländern deutlich weniger Betroffene die ersten fünf Jahre nach der Diagnose als in anderen Regionen der Welt. 

Deutschland schnitt im weltweiten Maßstab besonders gut beim malignen Melanom (Fünf-Jahresüberlebensrate von 93,1%), Brustkrebs (86%), Prostatakrebs (91,6%) und Leukämien (54,9%) ab.

 

Quelle:

Allemani C et al. Global surveillance of trends in cancer survival 2000–14 (CONCORD-3): analysis of individual records for 37 513 025 patients diagnosed with one of 18 cancers from 322 population-based registries in 71 countries. Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 30. Januar 2018, DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(17)33326-3

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 23.06.2018 23:05