Bessere Überlebensaussichten bei malignem Melanom

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Dank neuer Therapien haben sich die Aussichten bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Die Überlebensaussichten haben sich für Patienten mit schwarzem Hautkrebs, der sich bereits mit Tochtergeschwülsten (Metastasen) in andere Organe ausgebreitet hat, in den letzten Jahren deutlich verbessert: Dank der Einführung neuer Immuntherapien und zielgerichteter Therapien sind heute Überlebenszeiten von vielen Jahren möglich – bei einer Erkrankung, die früher oft innerhalb weniger Monate zum Tode geführt hatte. Jedoch sprechen längst nicht alle Patienten auf die neuen Therapien an, weshalb weitere Forschungsbemühungen nötig sind. Darauf verweist ein zusammenfassender Bericht in der Fachzeitschrift InFo Hämatologie + Onkologie.

Früher war bei Patienten, deren malignes Melanom bereits so weit fortgeschritten war, dass eine Operation nicht mehr durchgeführt werden konnte, die Chemotherapie der Standard. Doch sie war nur bei einem kleinen Teil der Patienten erfolgreich, viele verstarben innerhalb kurzer Zeit. Nun steht schon ab der Erstbehandlung eine neuartige Immuntherapie in Form zweier PD-1-Checkpointblocker zur Verfügung. Möglich ist zudem eine Kombination eines PD-1-Blockers mit einem CTLA4-Blocker. Die neue Immuntherapie bewirkt, dass sich die körpereigene Immunabwehr verstärkt gegen die Krebszellen richtet und sie zerstört. Patienten mit einem Melanom, das eine sogenannte BRAF-Mutation aufweist, können zudem mit einer Kombination aus BRAF- und MEK-Hemmern behandelt werden. BRAF-Hemmer sind sogenannte Proteinkinasen und hemmen die Serin/Threonin-Kinase B-Raf. Das Enzym B-Raf ist bei manchen Melanomen infolge einer Mutation, z.B. der sogenannten V600E-Mutation, dauerhaft aktiviert, wodurch auf dem MAPK/ERK-Signalweg das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen angeregt werden. Wird B-Raf gehemmt, wird der Zelltod der Krebszelle eingeleitet, sodass sich der Tumor zurückbildet.

Bis zu 80 Prozent der Patienten sprechen auf diese neuen Behandlungsoptionen an, bei vielen Patienten wird sogar ein Langzeitüberleben von fünf Jahren und länger erreicht. Bei einer kombinierten Immuntherapie mit einem PD-1-Blocker und einem CTLA4-Blocker beispielsweise überlebt mehr als die Hälfte der Patienten fünf Jahre und mehr. Allerdings wird dieser Behandlungserfolg mit teils heftigen Nebenwirkungen erkauft. Zudem reichen die bisherigen Therapien bei Schleimhautmelanomen und Aderhautmelanomen noch nicht aus, hier sind die Ansprechraten deutlich niedriger. Bei diesen Tumoren sind auch weiterhin neue Wirkprinzipien und Kombinationsmöglichkeiten gefragt.

 

Quelle:

Gebhardt C et al. Schwerpunkt malignes Melanom. Therapie bei metastasierter Erkrankung und Behandlungsansätze in Studien. InFo Hämatologie + Onkologie 2020,23(10):24-8

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 09:30