Bessere Heilungschancen bei Brustkrebs

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Bei jüngeren Frauen sind offenbar vor allem neue Therapien verantwortlich, bei älteren spielen auch Tumorgröße und Hormonrezeptor-Status eine wichtige Rolle 

Frauen mit einer Brustkrebserkrankung haben heutzutage erheblich bessere Überlebensaussichten als noch vor Jahrzehnten. Dies, so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology, ist bei jüngeren Frauen offenbar ganz wesentlich auf verbesserte Therapien zurückzuführen.

Die Forscher zogen verschiedene Möglichkeiten als Erklärung für die verbesserten Heilungschancen seit den späten 1980er Jahren in Betracht: Geringere Tumorgrößen und –stadien bei der Erstdiagnose aufgrund des Brustkrebsscreenings, Unterschiede hinsichtlich der Zahl hormonempfindlicher Tumoren (Östrogenrezeptor-positive Tumoren), die mit einer anderen Prognose einhergehen als hormonunempfindliche Tumoren, sowie die Entwicklung neuer Therapien für Früh- und Spätstadien der Erkrankung. Die Analyse beruhte auf den Daten der National Cancer Institute's Surveillance, Epidemiology, and End Results 9 Registries Database. Alle Fälle von invasivem Brustkrebs, die zwischen 1973 und 2010 registriert worden waren, wurden verfolgt – vom Tag der Erstdiagnose bis zum eventuellen Tod.

Die Zahl der Todesfälle infolge Brustkrebs ging von 1973 bis 2010 kontinuierlich zurück, wobei der Rückgang nicht nur die ersten fünf Jahre nach der Diagnose betraf, sondern auch die Zeit danach. Weniger als 17 Prozent der Verbesserungen der Jahre 2005 bis 2010 gegenüber 1973 bis 1979 konnten durch Veränderungen der Tumorgröße bei der Erstdiagnose erklärt werden – mit Ausnahme von Patientinnen ab dem 70. Lebensjahr: Hier ließen sich deutlich mehr der Verbesserungen darauf zurückführen, dass insbesondere in früheren, also lokal oder regional begrenzten Stadien kleinere Tumoren entdeckt worden waren. Über einen möglichen Einfluss der Tumorstadien selbst wurden keine Aussagen getroffen. Grundsätzlich, so die Studienautoren, sei die Diagnostizierung kleinerer Tumoren vor allem für verbesserte Überlebenschancen in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose verantwortlich, weniger danach.

Unterschiede im Hormonrezeptor-Status konnten nach Angaben der Wissenschaftler die Verbesserungen im Überleben nicht erklären. Auch hier waren Frauen ab dem 70. Lebensjahr wieder die Ausnahme, und auch hier ging es in erster Linie um Verbesserungen innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Diagnose.

Nach Ansicht der Studienautoren könnten die verbesserten Überlebenschancen bei Brustkrebspatientinnen vor dem 70. Lebensjahr weniger mit der Entdeckung kleinerer Tumoren oder der Hormonempfindlichkeit der Tumoren erklärt werden als mit der Entwicklung neuer Therapien. Bei älteren Patientinnen ab dem 70. Lebensjahr sei dies anders, hier spielten Tumorgröße und Hormonrezeptor-Status eine größere Rolle. 

 

Quelle:

Park, J.-H. et al.: Improvements in US Breast Cancer Survival and Proportion Explained by Tumor Size and Estrogen-Receptor Status. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Juli 2015, doi: 10.1200/JCO.2014.59.9191

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.09.2017 20:56