Bei voranschreitendem metastasiertem Darmkrebs: Eine dritte Therapie ist möglich

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In der Drittlinientherapie können Wirkstoffe eingesetzt werden, die zuvor noch nicht zur Anwendung gekommen sind und die Lebenszeit verlängern.

Wenn Darmkrebs, der sich mit Tochtergeschwülsten, Metastasen, in andere Organe ausgebreitet hat, auf die inzwischen zweite Therapie nicht mehr anspricht oder danach wiederkehrt, ist guter Rat teuer. In dieser Situation können sogenannte Drittlinientherapeutika zum Einsatz kommen, die, so zeigen es die Ergebnisse einer Überblicksstudie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology, offenbar effizienter sind als ein erneuter Versuch mit den zuvor bereits eingesetzten Wirkstoffen.

In ihre Analyse bezogen die Forscher die Daten von insgesamt 68 Publikationen aus 53 Studien ein, in denen Patienten mit metastasiertem Darmkrebs in der Drittlinie behandelt worden waren, weil ihre Erkrankung nicht oder nicht mehr auf die bereits eingesetzten Therapien ansprach. Es stellte sich heraus, dass Patienten, die zuvor mit konventioneller Chemotherapie und zielgerichteten Therapien behandelt worden waren, von einer Drittlinientherapie mit der Kombination Trifluridin/Tipiracil (auch bekannt als TAS-102) oder Regorafenib mehr profitierten als von der Therapie mit einem Scheinmedikament (Placebo): Das Gesamtüberleben war besser. Bei Trifluridin handelt es sich um ein Chemotherapeutikum. Das zusätzlich eingesetzte Tipiracil hemmt den Abbau von Trifluridin und ermöglicht dadurch stabilere Wirkstoffspiegel, was sich günstig auf die Verträglichkeit auswirkt. Regorafenib wiederum ist ein zielgerichteter Wirkstoff, ein sogenannter Tyrosinkinasehemmer.

Zwischen der Kombination Trifluridin/Tipiracil und Regorafenib war kein Unterschied zu erkennen. Hingegen zahlte es sich offenbar nicht aus, wenn schon vorher eingesetzte Chemotherapien, zielgerichtete Therapien oder beides in der Drittlinie noch einmal zur Anwendung kamen. Deshalb, so die Studienautoren, empfehle sich bei Patienten mit weiter voranschreitendem metastasiertem Darmkrebs nach der Zweitlinientherapie die Therapie mit erprobten Drittlinienmedikamenten wie Trifluridin/Tipiracil oder Regorafenib, um die Lebenszeit bei guter Lebensqualität zu verlängern. Zudem müssten in der Zukunft weitere Drittlinientherapien entwickelt werden. 

 

Quelle:

Arnold, D et al. Beyond Second-Line Therapy in Patients With Metastatic Colorectal Cancer: A Systematic Review. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Februar 2018, mdy038, https://doi.org/10.1093/annonc/mdy038

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04