Bei voranschreitendem HER2-positivem Brustkrebs zielgerichtet weiterbehandeln

Nachricht vom 02.05.2024

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Mit einem bestimmten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat können Überlebensvorteile erzielt werden, auch wenn schon Hirnmetastasen vorliegen.

Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs, deren Erkrankung nach einer zielgerichteten Therapie mit einem Anti-HER2-Antikörper und einem Chemotherapeutikum weiter voranschreitet, können davon profitieren, wenn sie mit einem bestimmten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aus Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer behandelt werden. Das geht aus den Ergebnissen der DESTINY-Breast03-Studie hervor, die in der Fachzeitschrift ESMO Open veröffentlicht wurden.

Schon die ersten Ergebnisse der Studie hatten gezeigt, dass sich durch die Therapie mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Überlebensvorteile erzielen lassen. Nun wurde ausgewertet, wie es sich auswirkt, wenn der Brustkrebs bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) im Gehirn gebildet hat. Die Teilnehmerinnen an der Studie hatten entweder das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aus Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer oder ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit dem gleichen Anti-HER2-Antikörper und einem Mitosehemmstoff erhalten. Bei allen Patientinnen war der Brustkrebs unter der vorherigen Therapie weiter vorangeschritten, bei einigen hatte er sich auch schon mit Metastasen ins Gehirn ausgebreitet.

Die Patientinnen mit Hirnmetastasen profitierten von dem Einsatz des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats aus Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer besonders stark: Ihr Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, war nach der Behandlung fünfmal so lang wie das der Patientinnen mit Hirnmetastasen, die das andere Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit Anti-HER2-Antikörper und Mitosehemmstoff erhalten hatten. Aber auch bei den Patientinnen ohne Hirnmetastasen stellte sich ein großer Unterschied beim Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, ein. Es konnten mit dem Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer signifikant bessere Ansprechraten erzielt werden – unabhängig davon, ob Hirnmetastasen vorlagen oder nicht. Und auch die Ansprechraten speziell im Gehirn waren unter dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer deutlich besser.

Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Brustkrebs profitieren somit erheblich von einer erneuten zielgerichteten Therapie mit einem bestimmten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aus Anti-HER2-Antikörper und Topoisomerase-I-Hemmer, wenn ihr Tumor trotz einer vorherigen Therapie mit Anti-HER2-Antikörper und Chemotherapeutikum weiter vorangeschritten ist, so die Schlussfolgerung aus der Studie. Dies gelte auch, wenn der Tumor bereits Hirnmetastasen gebildet hat.

 

Quelle:

Hurvitz SA et al. Trastuzumab deruxtecan versus trastuzumab emtansine in HER2-positivemetastatic breast cancer patients with brain metastases from therandomized DESTINY-Breast03 trial. ESMO Open, Onlinevorabveröffentlichung am 24. April 2024, DOI:https://doi.org/10.1016/j.esmoop.2024.102924

 

(KvK)

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