Bei Verdacht auf Nierenkrebs die richtige Diagnose stellen

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Eine Feinnadelbiopsie kann auch bei kleinen Tumoren hilfreich sein, um die richtige Diagnose zu stellen und unnötige Therapien zu ersparen.

Wird bei einer bildgebenden Untersuchung, zum Beispiel einem Ultraschall, ein Tumor in der Niere entdeckt, kann mithilfe einer Gewebeentnahme, Feinnadelbiopsie, abgeklärt werden, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt und zu welchem Typ der Tumor gehört. Auch bei Tumoren, die kleiner als vier Zentimeter sind, ist die Biopsie eine sichere und effiziente diagnostische Methode, mit deren Hilfe unnötige Therapien vermieden werden können, wie Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift BJU International berichteten.

In der Studie unterzogen sich 373 Patienten einer Feinnadelbiopsie, weil bei ihnen ein kleiner verdächtiger Herd in der Niere entdeckt worden war. Bei fast neun von zehn Patienten (87%) konnte bereits in der ersten Biopsie die richtige Diagnose gestellt werden. In 15 der übrigen 47 Fälle wurde eine zweite Biopsie vorgenommen, die wiederum bei 80% der Betroffenen zum richtigen Ergebnis führte. 18 Prozent der mittels Feinnadelbiopsie gestellten Diagnosen betrafen gutartige Tumoren, die übrigen Tumoren entpuppten sich als bösartig, wobei es sich am häufigsten um klarzellige und papilläre Nierenkarzinome handelte.

Bei zwei Patienten kam es infolge der Biopsie zu Blutungen. In keinem Fall, so die Studienautoren, wurden durch die Feinnadelbiopsie Krebszellen gestreut. Nach ihrer Ansicht sei die Feinnadelbiopsie eine hilfreiche Methode, um bei verdächtigen Nierentumoren eine sichere Diagnose zu stellen und damit die jeweils optimale Therapie zu ermöglichen.

 

Quelle:

Richard P. O. et al.: Safety, reliability and accuracy of small renal tumour biopsies: results from a multi-institution registry. BJU International, Onlinevorabveröffentlichung am 7. September 2016, DOI: 10.1111/bju.13630

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05