Bei Synovialsarkom im Kindes- und Jugendalter die Therapieintensität dem Risiko anpassen

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Dies erspart einigen Patienten unnötige Nebenwirkungen, ohne den Therapieerfolg zu schmälern.

Eine risikoangepasste Therapie bringt Kindern und Jugendlichen mit nicht-metastasiertem Synovialsarkom keinen Nachteil im Überleben, erspart aber den Betroffenen unter Umständen unnötige Nebenwirkungen. Das sind die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.

Das Synovialsarkom ist der zweithäufigste bösartige Weichteiltumor im Kindesalter. Die Tumoren treten zumeist an den Beinen oder Armen auf und verhalten sich oft aggressiv. In der aktuellen Studie wurden bei insgesamt 146 Patienten unter 30 Jahren mit neu diagnostiziertem Synovialsarkom risikoangepasste Therapiestrategien erprobt: Je nachdem, in welchem Stadium sich ihr Tumor befand und welche Risikomerkmale er aufwies, wurden sie entweder nur operiert (Gruppe A), erhielten eine Strahlentherapie (Gruppe B), wurden mit einer Chemotherapie plus Strahlentherapie (Gruppe C) behandelt oder bekamen unterstützend (neoadjuvant) eine Chemotherapie und Strahlentherapie, gefolgt von der Operation und einer erneuten Strahlentherapie. Patienten mit niedrigem Risiko wurden den Therapiegruppen A oder B zugeteilt, Patienten mit mittlerem Risiko (noch keine Metastasen) oder hohem Risiko (Metastasen) den Gruppen C und D.

Die Tumoren betrafen in 80% der Fälle die Beine oder Arme. Nach einer Beobachtungszeit von rund sieben Jahren waren in der Gruppe mit niedrigem Risiko, die nur eine Operation oder Strahlentherapie erhalten hatten, noch 98% der Patienten am Leben, in der Gruppe mit mittlerem Risiko waren es 89%, in der Gruppe mit hohem Risiko deutlich weniger.

Obwohl bei den Patienten mit nicht-metastasiertem Synovialsarkom und niedrigem Risiko die Strahlentherapie teilweise sogar seltener und mit niedrigeren Dosen angewendet worden war, hatten diese Patienten gute Überlebensaussichten, so die Autoren in ihrer Bewertung. Bei einem Drittel der Patienten mit Synovialsarkom konnten somit belastende Chemo- und Strahlentherapie vermieden werden, ohne die Prognose zu beeinträchtigen. Die Situation bei Patienten mit metastasiertem Tumor und hohem Risiko dagegen sei derzeit unbefriedigend, hier müssten dringend neue Therapien entwickelt werden, um die Aussichten zu verbessern.

 

Quelle:

Venkatramani R et al. Synovial Sarcoma in Children, Adolescents, and Young Adults: A Report From the Children's Oncology Group ARST0332 Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Oktober 2021, DOI: 10.1200/JCO.21.01628

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 06.12.2021 17:32