Bei Speicheldrüsenkrebs nach der Operation mitunter noch bestrahlen

Nachricht vom 11.07.2023

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In manchen Fällen kann sich die zusätzliche Strahlentherapie bei niedrig- bis mittelgradigen Tumoren lohnen.

Kann es sich lohnen, bei Krebs der Ohrspeicheldrüse oder Unterkieferdrüsen nach der Operation noch eine Bestrahlung durchzuführen? Diese Frage stand im Zentrum einer Studie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden.

In der Studie wurden rückblickend die Daten von 621 Patienten ausgewertet, die zwischen 2010 und 2020 wegen eines niedrig- oder mittelgradigen Karzinoms der Ohrspeicheldrüse oder Unterkieferdrüsen operiert worden waren. 309 von ihnen hatten nach der Operation noch eine Strahlentherapie erhalten. Nach zehn Jahren waren nahezu neun von zehn Patienten noch am Leben. Es zeigte sich, dass nach der Operation durchgeführte Strahlentherapie mit einem geringeren Risiko für einen lokalen Rückfall verbunden war. Die Forscher errechneten, dass 16 Patienten mit einer Strahlentherapie nach der Operation behandelt werden mussten, um einen Fall einer Rückkehr des Tumors in der Ursprungsumgebung zu verhindern. Bei Patienten mit Speicheldrüsenkrebs im Frühstadium ohne Anzeichen für einen Lymphknotenbefall und mit vollständiger Operation konnten die Wissenschaftler keinen zusätzlichen Vorteil infolge der Strahlentherapie nach der Operation feststellen.

Nicht bei allen Patienten lohne die zusätzliche Strahlentherapie offenbar, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Aber einige Patienten mit niedrig- oder mittelgradigem Speicheldrüsenkrebs könnten davon profitieren.

 

Quelle:

Morand GB et al. The protective role of postoperative radiation therapy in low and intermediate grade major salivary gland malignancies: A study of the Canadian Head and Neck Collaborative Research Initiative. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juli 2023, https://doi.org/10.1002/cncr.34932

 

(kvk)

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