Bei Risikofaktoren für Leberkrebs: Die Leber überwachen?

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In einer Studie erwies es sich als vorteilhaft, wenn sich Patienten mit Risikofaktoren regelmäßigen Untersuchungen auf Leberkrebs unterzogen

Ist es sinnvoll, bestimmte Patientengruppen, die Risikofaktoren mitbringen, engmaschig auf Leberkrebs zu untersuchen? Dieser Frage gingen niederländische Wissenschaftler anhand einer Studie nach und berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology.

Die Forscher analysierten die Daten von Patienten, die zwischen 2005 und 2012 an Leberzellkrebs erkrankt waren. Knapp 30 Prozent der Patienten hatten sich vor der Diagnose einem „Überwachungsprogramm“ unterzogen: Sie hatten in den der Diagnose vorausgehenden drei Jahren mindestens zwei Screeninguntersuchungen durchführen lassen sowie eine bildgebende Untersuchung in den 18 Monaten vor der Diagnose. In der Überwachungsgruppe vergingen durchschnittlich rund acht Monate zwischen dem letzten negativen Befund in der Bildgebung und der Diagnose Leberkrebs. Die Patienten aus der Überwachungsgruppe litten häufiger an Leberzirrhose und viraler Hepatitis – beides sind starke Risikofaktoren für Leberkrebs und waren womöglich auch der Grund für die vom Arzt veranlasste Überwachung.

Offenbar profitierten die Patienten von den regelmäßigen Untersuchungen: Ihre Tumoren waren bei der Diagnose kleiner (im Durchschnitt halb so groß wie bei den nicht überwachten Patienten) und in einem früheren Stadium, zudem wiesen sie geringere Werte an Alpha-1-Fetoprotein (AFP) im Blut auf. Die überwachten Patienten erhielten häufiger eine Radiofrequenzablation oder Entfernung der Leber mit nachfolgender Lebertransplantation – ihre Überlebensraten ein, drei und fünf Jahre nach Diagnose waren signifikant besser.

Die Überwachung konnte unabhängig von anderen Einflussfaktoren die Sterblichkeit an Leberkrebs senken, sofern sie regelmäßig in Intervallen von weniger als neun Monaten durchgeführt wurde. Nach Ansicht der Studienautoren könnten bestimmte Risikogruppen von einer entsprechend intensiven Überwachungsstrategie profitieren.

 

Quelle:

Van Meer, S. et al.: Surveillance for hepatocellular carcinoma is associated with increased survival: Results from a large cohort in the Netherlands. Journal of Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Juni 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jhep.2015.06.012

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19