Bei Prostatakrebs mit geringem Risiko sehr gute Überlebenschancen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Nur wenige Patienten sterben an den Folgen der Tumorerkrankung

Wird Prostatakrebs in einem frühen Stadium entdeckt, wenn er klein und wenig aggressiv ist und sich noch gar nicht oder nur wenig ausgebreitet hat, bestehen für die Betroffenen exzellente Überlebensaussichten. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Cancer hervor, die das Prinzip der aktiven Überwachung bei Prostatakrebs mit geringem Risiko auf den Prüfstein stellte.

An der Studie nahmen fast 1.300 Patienten teil, bei denen Prostatakrebs mit einem günstigen Risikoprofil diagnostiziert worden war. Sie wurden aktiv überwacht, was regelmäßige Kontrolluntersuchungen beinhaltete – so lange, bis ein Fortschreiten der Krankheit festzustellen war, etwa, weil der Tumor an Größe gewonnen hatte oder sich seine Zellen stärker als bisher verändert hatten. Erst dann erhielten die Patienten eine Therapie mit der Absicht, eine Heilung herbeizuführen.

Der Beobachtungszeitraum umfasste wenige Monate bis 18 Jahre, woraus die Forscher ihre Ergebnisse ableiteten. Demnach sollte nach 15 Jahren nur ein verschwindend kleiner Teil der Patienten (0,1%) an den Folgen der Prostatakrebserkrankung verstorben sein. Nur bei 0,6% der Patienten hätten sich zudem Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet. Die insgesamt zu erwartenden 31 Prozent Todesfälle würden demnach zum allergrößten Teil auf andere Ursachen als die Krebserkrankung zurückgehen.

Bei knapp einem Drittel der Patienten waren den Berechnungen zufolge so starke Veränderungen des Tumors zu erwarten, dass die Erkrankung in ein höheres Stadium klassifiziert werden musste. Dies betraf besonders ältere Patienten sowie Patienten mit höheren Werten prostataspezifischen Antigens (PSA) und einer größeren Anzahl positiver Biopsiebefunde. Zudem wurde bei 57% der Patienten eine Therapie mit heilender Absicht begonnen, wobei es bei der Hälfte der Patienten von der Diagnose bis dahin achteinhalb Jahre dauerte.

Nach Ansicht der Studienautoren bestehe bei Prostatakrebspatienten mit günstigem Risikoprofil eine hohe Wahrscheinlichkeit, nicht an der Tumorerkrankung zu versterben, wenn sie an aktiver Überwachung teilnehmen.

 

Quelle:

Tosoian, J. J. et al.: Intermediate and Longer-Term Outcomes From a Prospective Active-Surveillance Program for Favorable-Risk Prostate Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 31. August 2015, doi: 10.1200/JCO.2015.62.5764

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55