Bei Nierenkrebs mit hohem Risiko ist ein Tyrosinkinasehemmer effektiv

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Besteht nach einer Operation von Nierenkrebs ein hohes Rückfallrisiko, kann eine Therapie mit Sunitinib die krankheitsfreie Zeit verlängern – allerdings um den Preis von Nebenwirkungen.

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich Nierenkrebs bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, gebildet hat, kann eine Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Sunitinib das weitere Voranschreiten der Krankheit hinauszögern. Ob dies auch bei Nierenkrebs gelingt, der noch nicht in andere Organe vorgedrungen ist, aber aufgrund bestimmter Merkmale ein hohes Risiko für einen Rückfall trägt, testeten Wissenschaftler in einer neuen klinischen Studie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine erschienen sind.

An der Studie nahmen 615 Patienten mit Nierenkrebs teil, die nach der Operation ein hohes Risiko für einen Rückfall hatten. Sie wurden entweder mit Sunitinib oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt – ein Jahr lang oder so lange, bis die Krankheit weiter voranschritt, unakzeptable Nebenwirkungen auftraten oder die Therapie einvernehmlich beendet wurde.

Knapp sieben Jahre lang blieb die Hälfte der mit Sunitinib behandelten Patienten krankheitsfrei – in der Placebogruppe gelang dies knapp sechs Jahre lang. In der Sunitinibgruppe musste häufiger die Dosis reduziert oder die Therapie abgebrochen werden, weil zu starke Nebenwirkungen auftraten. Grad 3-4-Nebenwirkungen kamen unter Sunitinib deutlich häufiger vor als unter Placebo, sehr schwere Zwischenfälle gab es in beiden Gruppen gleichermaßen oft, Todesfälle infolge der Therapie traten nicht auf.

Eine Therapie mit Sunitinib nach der Operation kann bei Patienten mit lokalem Nierenkrebs mit hohem Rückfallrisiko die krankheitsfreie Zeit im Vergleich zu Placebo verlängern. Der Preis dafür, so die Studienautoren, sei allerdings eine höhere Rate an Nebenwirkungen.

 

Quelle:

Ravaud, A. et al.: Adjuvant Sunitinib in High-Risk Renal-Cell Carcinoma after Nephrectomy. New England Journal of Medicine 2016, 375:2246-2254

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14