Bei Nierenkrebs die Immunantwort verstärken

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Die Abwehrreaktionen des Immunsystems gegen Nierenkrebs können durch eine sogenannte Checkpoint-Blockade gestärkt werden. Dies verheißt unter Umständen einen Gewinn an Lebenszeit.

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn sich Nierenkrebs in andere Organe ausgebreitet hat und zielgerichtete Therapien nicht mehr anschlagen, kann möglicherweise eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-Blocker die Überlebenszeit verlängern. Das geht aus einer neuen Studie hervor, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

Getestet wurde die Wirksamkeit von Nivolumab, einem Checkpoint-PD-1-Blocker. Er kann die Abwehrreaktionen von T-Zellen des Immunsystems gegen den Tumor verstärken, indem er mit dem Checkpoint PD-1 eine entscheidende Schaltzentrale blockiert und dadurch hemmende Signale auf die T-Zellen unterbindet. In der Studie erhielten Patienten mit fortgeschrittenem klarzelligem Nierenkrebs entweder den mTOR-Hemmer Everolimus, der sich bei der Behandlung der Krankheit in Studien schon hinreichend bewährt hat, oder Nivolumab. Alle Patienten hatten zuvor eine oder mehrere zielgerichtete Therapien erhalten, die sich gegen die Neubildung von Blutgefäßen im Tumorgewebe gerichtet hatten und das Tumorwachstum nun aber nicht mehr ausreichend aufhalten konnten.

Unter der Behandlung mit Nivolumab wurde ein signifikant besseres Gesamtüberleben erreicht als unter Everolimus. So war in der Everolimusgruppe die Hälfte der Patienten nach knapp 20 Monaten noch am Leben, in der Nivolumabgruppe wurde dieser Punkt erst nach 25 Monaten erreicht. Auch sprachen mehr Patienten messbar auf die Behandlung mit Nivolumab an.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt der Studie in Hinblick auf Effizienz erbrachte ebenfalls Vorteile für Nivolumab: Es traten bei dieser Behandlung deutlich weniger schwerwiegende Nebenwirkungen auf als unter Everolimus. Am häufigsten waren unter Nivolumab chronische Erschöpfung (Fatigue) und unter Everolimus Blutarmut (Anämie).

Nach Ansicht der Studienautoren könnten Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkrebs, die bereits mehrere zielgerichtete Therapien hinter sich haben, von einer Immuntherapie mit dem Checkpoint-PD-1-Blocker Nivolumab mit einem Lebenszeitgewinn und einer geringeren Gefahr von Nebenwirkungen profitieren.

 

Quelle:

Motzer, R. J. et al.: Nivolumab versus Everolimus in Advanced Renal-Cell Carcinoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 25. September 2015, DOI: 10.1056/NEJMoa1510665

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.09.2017 17:21