Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die Operation durch weitere Therapie unterstützen

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Eine adjuvante Behandlung mit einem Tyrosinkinasehemmer kann unter bestimmten Umständen Überlebensvorteile bringen.

In der Erstbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs spielt ein bestimmter Tyrosinkinasehemmer in bestimmten Fällen inzwischen eine entscheidende Rolle. Nun testeten Wissenschaftler, ob sich sein Einsatz auch als unterstützende, sogenannte adjuvante Therapie nach einer Operation lohnt. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

682 Patienten mit vollständig operiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs nahmen an der Studie teil. Bei allen lag im Tumorgewebe eine bestimmte Veränderung, eine sogenannte EGFR-Mutation (EGFR epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor), vor. Sie wurden nach der Operation entweder mit dem Tyrosinkinasehemmer oder mit einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt.

Nach zwei Jahren waren in der Gruppe der mit dem Tyrosinkinasehemmer adjuvant behandelten Patienten signifikant mehr Patienten als in der Placebogruppe noch immer krankheitsfrei. Zum Gesamtüberleben konnten die Wissenschaftler noch keine Aussagen treffen, weil die Beobachtungszeit noch zu kurz war und die Datenmenge deshalb für gültige Analysen noch nicht ausreichte.

Patienten mit operablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs und einer bestimmten Mutation im Tumorgewebe profitieren offenbar von einer adjuvanten Behandlung mit einem Tyrosinkinasehemmer, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Wu Y-L et al. Osimertinib in Resected EGFR-Mutated Non–Small-Cell Lung Cancer. New England Journal of Medicine 2020; 383:1711-23

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40