Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs auf molekulare Merkmale testen

Nachricht vom 10.09.2022

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Im fortgeschrittenen Stadium ist das entscheidend, um die optimale Therapie festlegen zu können.

Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs spielen zielgerichtete Therapien und Immuntherapie mittlerweile eine entscheidende Rolle für die Prognose, weshalb bei der Diagnosestellung molekulare Testungen nötig sind. Das geht aus einem Beitrag in der Fachzeitschrift best practice onkologie hervor.

Durch die Entdeckung bestimmter Veränderungen in den Tumorgenen, sogenannter Treibermutationen, und die Entwicklung zielgerichteter Therapien dagegen sowie der Immuncheckpointblocker hat sich die Behandlung bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im letzten Jahrzehnt deutlich verbessert. Allerdings können diese Therapien nur dann wirkungsvoll eingesetzt werden, wenn bei der Diagnose die entsprechenden Biomarker festgestellt werden, die eine gute Wirkung der neuen Mittel versprechen. Nur dann kann jeder Patient die für ihn optimale Therapie erhalten.

Mit einer optimalen Therapie lassen sich inzwischen Überlebenszeiten von bis zu sieben Jahren und länger erreichen. Um im Einzelfall die wirksamste Ersttherapie festlegen zu können, sollte schon bei der Diagnosestellung auf die molekularen Marker epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR), ALK, ROS und BRAF getestet werden. Bei Patienten ohne Treibermutationen können auch andere Marker wie c-MET, RET und NTRK ermittelt werden. Bei allen Patienten sollte zudem ein Test auf PD-L1 („programmed death ligand 1“) erfolgen, um herauszufinden, ob sich eine Immuntherapie mit einem Checkpoint-PD1- oder -PD-L1-Blocker allein oder in Kombination mit Chemotherapie empfiehlt.

Künftig, so ein Ausblick des Autors, werden zielgerichtete Therapien und Immuncheckpointblocker vermutlich auch in früheren Stadien der Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Dann müssten auch in diesen Stadien schon bei der Erstdiagnose entsprechende molekulare Testungen vorgenommen werden.

 

Quelle:

Griesinger F. Erstlinientherapie des metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms. best practice onkologie 2022, 17(5):198-205

 

(KvK)

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