Bei Neuroblastom gleichermaßen wirksam, aber verträglicher therapieren

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Ein verträglicheres Behandlungsschema erwies sich in einer Studie als gleichermaßen wirksam.

Bei Kindern und Jugendlichen, die an einem Neuroblastom erkrankt sind und ein hohes Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf haben, kann eine Immuntherapie mit dem monoklonalen Anti-GD2-Antikörper Dinutuximab, abwechselnd kombiniert mit einem Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierendem Faktor und intravenösem Interleukin-2 (IL-2) die Überlebensaussichten verbessern. Diese Kombinationstherapie ist jedoch recht aggressiv, weshalb eine nebenwirkungsärmere Variante erstrebenswert wäre. Dies ist einem neuen Studienbericht in der Fachzeitschrift Lancet Oncology zufolge mit einem Verzicht auf die IL-2-Gabe wohl auch gut möglich.

In der international durchgeführten Studie wurden 422 Patienten im Alter von einem bis 20 Jahren aus insgesamt zwölf Ländern behandelt. Alle waren an einem Neuroblastom im Stadium 2, 3 oder 4 erkrankt. Neuroblastome, die zu den häufigsten Tumorerkrankungen im Kindes- und Jugendalter zählen, entstehen aus Nervenzellen und finden sich am häufigsten in den Nebennieren und an der Wirbelsäule. Sie sind oft aggressiv, sodass die Prognose in vielen Fällen eher ungünstig ist. In der Studie hatten die Teilnehmer bereits eine Einleitungs- und Hochdosis-Chemotherapie sowie Strahlentherapie erhalten und gut darauf angesprochen. Nun wurden sie mit entweder Dinutuximab plus IL-2 oder mit Dinutuximab allein weiterbehandelt. Dinutuximab bindet sich an GD2, das verstärkt auf der Oberfläche von Neuroblastomzellen ausgebildet wird. Dadurch ruft es eine Reaktion des Immunsystems hervor, infolgedessen die Krebszellen abgetötet werden.

Beide Therapieregime erwiesen sich als gleichwertig, nach drei Jahren waren 56 bis 60 Prozent der Patienten noch krankheitsfrei. Gleichzeitig erwies sich die Therapie mit dem Antikörper Dinutuximab ohne IL-2 als besser verträglich. Nach Ansicht der Studienautoren sollte die Therapie mit Dinutuximab allein womöglich zunächst zur Standardbehandlung bei jungen Patienten mit Hoch-Risiko-Neuroblastom werden - so lange, bis neue verträglichere Formen einer Kombinationstherapie mit etwa IL-2 gefunden seien. 

 

Quelle:

Ladenstein R et al. Interleukin 2 with anti-GD2 antibody ch14.18/CHO (dinutuximab beta) in patients with high-risk neuroblastoma (HR-NBL1/SIOPEN): a multicentre, randomised, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. November 2018, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(18)30578-3

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 11.12.2018 16:42