Bei Mundhöhlenkrebs wenn möglich operieren

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Die Überlebensaussichten sind nach einer Operation langfristig besser als nach Chemo-Strahlentherapie

Bei bösartigen Tumoren, sogenannten Plattenepithelkarzinomen, im Mund und der Kieferhöhle, die zwar noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in entfernteren Organen gebildet haben, aber lokal fortgeschritten sind, lohnt sich eine Operation. Langfristig seien damit offenbar die besten Überlebensaussichten gegeben, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Die Forscher hatten in einer Langzeituntersuchung verglichen, wie sich die Operation gefolgt von unterstützender Strahlentherapie im Vergleich zu einer Chemo-Strahlentherapie auswirkt. Die Teilnehmer litten an einem lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich, das zum Zeitpunkt der Diagnose keine entfernt liegenden Organe befallen hatte. 

Nach fünf Jahren waren in der Gruppe der Operierten noch signifikant mehr Patienten am Leben, auch war die Krankheit seltener weiter vorangeschritten. Allerdings war dies bei Patienten mit einem Tumor der Mundhöhle und der Kieferhöhle besonders ausgeprägt. Bei anderen Tumoren waren die langfristigen Überlebensaussichten in beiden Behandlungsgruppen vergleichbar. 

Bei lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen der Mund- und Kieferhöhle solle die Operation den Patienten als vorrangige Therapieoption angeboten werden, so die Empfehlung der Studienautoren.

 

Quelle:

Iyer, N. G. et al.: Randomized trial comparing surgery and adjuvant radiotherapy versus concurrent chemoradiotherapy in patients with advanced, nonmetastatic squamous cell carcinoma of the head and neck: 10-year update and subset analysis. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Januar 2015, DOI: 10.1002/cncr.29251

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.07.2017 16:59