Bei malignem Melanom: Auf Verletzungen achten

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Bei dünnen Tumoren haben oberflächliche Verletzungen, sogenannte Ulzerationen, Einfluss auf die Prognose.

Wenn sich auf schwarzem Hautkrebs, einem malignen Melanom, Verletzungen auf der Oberfläche bemerkbar machen, steigt das Risiko für einen ungünstigen Verlauf. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Journal of Dermatology.

In der Studie wurden die Daten von 477 Patienten ausgewertet, bei denen Verletzungen, sogenannte Ulzerationen, auf einem malignen Melanom auftraten. Die Forscher untersuchten, ob das Ausmaß dieser Ulzerationen die Prognose beeinflusste.

Tatsächlich zeigte sich eine Interaktion zwischen der Dicke des Tumors und dem Ausmaß der Ulzeration hinsichtlich des Krankheitsverlaufs. Sowohl das rückfallfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben verschlechterten sich, wenn die Ulzeration ausgeprägter war. Allerdings betraf dies nur Patienten, bei denen der Tumor höchstens zwei Millimeter in die Tiefe reichte. Bei dickeren Tumoren spielte es keine Rolle mehr für das Überleben, wie groß die Ulzerationen waren.

Bei dünnen Melanomen von höchstens zwei Millimetern Dicke erwies sich in dieser Studie das Ausmaß von Ulzerationen als Prognosefaktor, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Dies müsse bei der Diagnosestellung und Therapieplanung eine Rolle spielen, wenn bei Patienten mit malignem Melanom entsprechende Verletzungen auf der Oberfläche festgestellt werden.

 

Quelle:

Portelli F et al. The prognostic impact of the extent of ulceration in clinical stage I‐II melanoma patients: A multicenter study of the Italian Melanoma Intergroup (IMI). British Journal of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. April 2020, https://doi.org/10.1111/bjd.19120

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24