Bei lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs: Nach Chemostrahlentherapie nicht aufhören zu therapieren

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Eine weiterführende Immuntherapie mit einem PD-L1-Hemmer kann die Überlebensaussichten der Patienten signifikant verbessern.

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (Stadium III) kann eine Immuntherapie mit dem Antikörper Durvalumab nach einer erfolgreichen Chemostrahlentherapie nicht nur die Zeit, bis die Krankheit weiter voranschreitet, verlängern, sondern auch das Gesamtüberleben. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor, die auch auf dem 19. Weltkongress für Lungenkrebs (WCLC) in Toronto, Kanada, präsentiert wurden.

An der Studie nahmen 709 Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium III teil, die eine Chemostrahlentherapie hinter sich hatten und gut darauf angesprochen hatten. Sie erhielten im Anschluss an die Chemostrahlentherapie eine sogenannte Konsolidierungstherapie mit Durvalumab oder ein Scheinmedikament (Placebo) – mit dem Ziel, die Krankheit dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Durvalumab verhindert die Bindung von PD-L1 an PD-1, wodurch es zu einer anhaltenden Aktivierung des Immunsystems gegen die Krebszellen kommt.

Nach zwei Jahren waren in der Placebogruppe noch knapp 56 Prozent der Patienten am Leben, in der Durvalumabgruppe waren es 66 Prozent. Dieser Unterschied war signifikant. Und auch die krankheitsfreie Zeit war signifikant länger – bei der Hälfte der Patienten der Durvalumabgruppe dauerte es 17 Monate oder länger, bis die Krankheit weiter voranschritt, bei der Hälfte der Patienten der Placebogruppe hingegen nur knapp sechs Monate. Die Konsolidierungstherapie mit dem Antikörper Durvalumab erwies sich zudem als weitgehend gut verträglich.

Damit habe sich die Immuntherapie mit dem Antikörper Durvalumab nach erfolgreicher Chemostrahlentherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs als effizient und sicher herausgestellt, so die Studienautoren. Allerdings müssen Patienten, um erfolgreich damit behandelt zu werden, eine Voraussetzung mitbringen: Der Tumor prägt vermehrt PD-L1 aus, offenbar nur dann kann die Therapie gut wirken.

 

Quelle:

Antonia S J et al. Overall Survival with Durvalumab after Chemoradiotherapy in Stage III NSCLC. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 25. September 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1809697

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04