Bei lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs: Therapien kombinieren

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Die Überlebensaussichten verbessern sich, wenn vor der Operation eine intensive Behandlung mit Chemotherapie und Chemostrahlentherapie erfolgt.

Bei lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs hat sich eine Dreifachtherapie aus neoadjuvanter Chemostrahlentherapie, Operation und adjuvanter Chemotherapie bewährt. Nun berichteten Wissenschaftler anlässlich des diesjährigen Kongresses der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie ASCO, dass es einen zusätzlichen Nutzen bringt, wenn der neoadjuvanten Chemostrahlentherapie noch eine weitere Chemotherapie vorangestellt wird. Der Bericht zur Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology publiziert.

An der PRODIGE23-Phase III-Studie nahmen 460 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren teil. Alle waren an lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs erkrankt, der Tumor hatte sich noch nicht in andere Organe ausgebreitet. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Therapiegruppen zugeordnet. Gruppe A mit 230 Patienten erhielt eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie, gefolgt von der Operation und einer adjuvanten Chemotherapie über sechs Monate. Gruppe B mit 231 Patienten erhielt zu Beginn sechs Zyklen Chemotherapie, gefolgt von neoadjuvanter Chemostrahlentherapie, Operation und einer adjuvanten Chemotherapie über drei Monate.

Die neoadjuvanten Therapien wurden von den Patienten insgesamt gut vertragen. Die zusätzliche neoadjuvante Chemotherapie zahlte sich aus: Das krankheitsfreie Überleben über drei Jahre verbesserte sich dadurch signifikant, ebenso das metastasenfreie Überleben über drei Jahre.

Die Studie zeige, dass eine totale neoadjuvante Behandlung aus Chemotherapie und Chemostrahlentherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs die Überlebensaussichten verbessern könne, so die Interpretation der Studienautoren.

Als neoadjuvant wird eine Behandlung bezeichnet, wenn sie der definitiven Therapie, in diesem Falle der Operation, vorausgeht. Adjuvante Behandlungen werden im Anschluss an die definitive Therapie durchgeführt. Beide, neoadjuvante und adjuvante Therapien, dienen dem Zweck, die Erfolgsaussichten der Operation zu steigern. Durch neoadjuvante Therapien wird die Tumormasse verkleinert, zudem führen sie wie die systemischen adjuvanten Therapien dazu, dass im Körper verstreute Krebszellen zerstört werden.

 

Quelle:

Conroy T et al. Total neoadjuvant therapy with mFOLFIRINOX versus preoperative chemoradiation in patients with locally advanced rectal cancer: Final results of PRODIGE 23 phase III trial, a UNICANCER GI trial. Journal of Clinical Oncology 38(15_suppl):4007

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24